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Third-degree AV block (I44.2): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-057625

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der third-degree atrioventrikuläre Block (kompletter AV‑Block) ist gekennzeichnet durch das völlige Fehlen einer Weiterleitung von Vorhofimpulsen zum Ventrikel, sodass die Kammern unabhängig voneinander depolarisieren. Epidemiologisch tritt er vorwiegend bei älteren Patienten auf und kann sowohl idiopathisch als auch im Kontext struktureller Herzerkrankungen (z. B. infiltrative Prozesse) auftreten. Klinisch ist der Block von hoher Relevanz, weil er häufig zu symptomatischer Bradykardie, Synkopen oder Herzinsuffizienz führt und eine definitive Therapie erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind bradykarde Ruhe‑Herzfrequenzen, Schwindel, präsynkopale Anfälle und in fortgeschrittenen Fällen Zeichen einer kardialen Dekompensation. Das EKG zeigt vollständige Dissoziation von P‑Welle und QRS‑Komplex, wobei die ventrikuläre Rhythmusrate meist durch ein sekundäres Schrittmacher‑Paket (z. B. idioventrikulärer Rhythmus) bestimmt wird. Der Verlauf kann plötzlich auftreten, insbesondere bei akuten ischämischen Ereignissen oder Medikamenteninduktion.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Synkopen, Palpitationen und medikamentöse Vorbelastungen, die AV‑Block begünstigen können. Klinisch wird das Herz auskultatorisch meist unauffällig bis zu Hinweisen einer Bradykardie gehört. Das 12‑Kanal‑EKG ist das zentrale diagnostische Werkzeug: Es bestätigt die vollständige AV‑Dissoziation und liefert Hinweise auf zugrunde liegende Ätiologien (z. B. verbreiterte QRS‑Komplexe bei infranodalen Blocks). Ergänzend können Langzeit‑Holter- oder Ereignisrekorder eingesetzt werden, um intermittierende Hochgradblöcke zu erfassen. Laboruntersuchungen dienen der Ausschlussdiagnostik von Elektrolytstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen und Medikamentenwirkungen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Sinusbradykardie – langsame Herzfrequenz bei intakter AV‑Überleitung.
  • Mobitz‑Typ II (second-degree AV block) – intermittierende fehlende QRS‑Komplexe, jedoch nicht die vollständige Dissoziation.
  • Ventrikuläre Tachykardien – schnelle, regelmäßige Ventricularrhythmen ohne Vorhof‑Korrelation, unterscheiden sich im EKG durch breite QRS‑Komplexe und fehlende P‑Wellen.
  • Medikamenteninduzierte Bradykardie (z. B. Betablocker, Calciumantagonisten) – häufig reversibel nach Anpassung der Therapie.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie bei einem third-degree AV‑Block besteht primär in der Implantation eines permanenten Herzschrittmachers, um eine zuverlässige ventrikuläre Rate sicherzustellen und symptomatische Bradykardie zu verhindern. Vor dem Eingriff ist die Stabilisierung des Kreislaufs durch temporäre transvenöse Schrittmacherunterstützung angezeigt, insbesondere bei hämodynamischer Instabilität. Medikamentöse Maßnahmen dienen lediglich der Begleittherapie (z. B. Behandlung von Herzinsuffizienz) und nicht als Ersatz für die Schrittmacherimplantation.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.