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Third-degree burn (T30.3) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Ein Drittgradverbrennung (third-degree burn) ist eine Vollschichtverbrennung, die Epidermis und Dermis vollständig zerstört und häufig bis zum subkutanen Gewebe reicht. Die Inzidenz von schweren Verbrennungen in Deutschland liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich aller Verbrennungsfälle; Drittgradverbrennungen machen dabei den kleineren Teil der Hospitalisationen aus, sind jedoch mit hoher Morbidität und Mortalität assoziiert. Aufgrund des vollständigen Verlustes der Hautbarriere entsteht ein hohes Risiko für Infektionen, Flüssigkeitsverlust und systemische Entzündungsreaktionen, was die klinische Relevanz besonders in akuten Versorgungseinheiten unterstreicht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch ist das Fehlen von Schmerzempfindung im betroffenen Areal trotz massiver Gewebeschädigung, da Nervenfasern zerstört sind. Die Wunde erscheint weißlich bis braun, kann glänzend oder verkohlt wirken und weist keine Blasenbildung auf. Der Rand ist häufig deutlich abgegrenzt; das umliegende Gewebe kann gerötet sein (Erythem). Im Verlauf können sich Nekrosen ausdehnen und sekundäre Infektionen manifestieren, was zu Fieber, Tachykardie und erhöhten Entzündungsparametern führt.
Diagnostik
Die Anamnese umfasst den Verbrennungsmechanismus, die Dauer der Hitzeeinwirkung, das betroffene Körpergebiet (nach Rule of Nines) sowie Begleitverletzungen. Klinisch wird die Tiefe anhand visueller Kriterien und Palpation beurteilt; ein vollständiger Verlust von Hautstruktur bestätigt den Drittgrad. Laborparameter dienen der Abschätzung des Flüssigkeitsverlusts, der Elektrolytstörung und möglicher Infektionen (z. B. Leukozytose, CRP). Bildgebende Verfahren werden selten zur Tiefebestimmung eingesetzt, können jedoch bei Verdacht auf tiefer liegende Beteiligungen (z. B. Muskel) indiziert sein. Die Diagnose basiert primär auf der klinischen Untersuchung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Zweitgradverbrennungen (partielle Dickeschichtverbrennung), die Blasenbildung und Schmerzen zeigen.
- Kohlenstoffmonoxid‑ oder Cyanidvergiftungen, die bei Inhalationsverbrennungen gleichzeitig auftreten können.
- Dermatitis/nekrotisierende Fasziitis, welche ebenfalls nekrotisches Gewebe präsentieren, jedoch typischerweise mit stärker ausgeprägter Schmerzsymptomatik und schnellerer Ausbreitung verbunden sind.
- Kryoglobulinämie oder andere vaskuläre Erkrankungen, die zu blanchierenden Hautveränderungen führen können.
Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination von klinischen Zeichen (Schmerz, Blasen) und ggf. Labor‑ bzw. Bildgebungsergebnissen.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie einer Drittgradverbrennung besteht aus drei Säulen: Flüssigkeits- und Elektrolytausgleich, Infektionsprophylaxe sowie chirurgische Wundversorgung. Der initiale Volumenersatz orientiert sich an den Verlusten des extravaskulären Raums; eine engmaschige Überwachung von Hämodynamik und Laborwerten ist erforderlich. Zur Verhinderung von Sekundärinfektionen wird ein breites antimikrobielles Regime eingesetzt, das nach lokalen Resistenzlagen angepasst wird.
Die definitive Wunddeckung erfolgt durch chirurgische Exzision des nekrotischen Gewebes und sofortige oder gestufte Hauttransplantation. Autologe kultivierte Epidermis auf Fibrinmatrix hat in Langzeitstudien eine verbesserte Regeneration der Dermis gezeigt, wobei die Epidermis nach Kultivierung erfolgreich integriert wurde. Allogene kultivierte Epidermis kann als temporäre Deckung dienen, bevor autologe Transplantate verfügbar sind. Physikalische Chitosan‑Hydrogele wurden in experimentellen Studien zur Unterstützung der Hautregeneration eingesetzt und zeigen günstige Eigenschaften hinsichtlich Feuchtigkeitsbalance und Zellmigration.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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