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Lacrimalgland und Tränenwege: Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (D31.5)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Die Tränendrüse (Glandula lacrimalis) und die Tränenwege (Canalis lacrimalis, Puncta lacrimalia, Sacculus lacrimalis, Ductus nasolacrimalis) bilden das sekretorische‑und exkretorische System des Auges. Sie sind für die Produktion, Verteilung und Ableitung von Tränenflüssigkeit verantwortlich, welche die Oberflächenhomöostase, den optischen Schutz und die antibakterielle Abwehr gewährleistet. Störungen reichen von hyposekretion (Keratitis sicca) bis zu hypersekretiven Zuständen (Epiphora). Bildgebende Verfahren, insbesondere hochauflösende Ultraschall- und MRT‑Techniken, ermöglichen eine detaillierte Darstellung der Anatomie und Pathologie dieser Strukturen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer Tränendrüsen‑ oder Tränenwegserkrankung sind vermehrte oder verminderte Tränenflüssigkeit, das subjektive Gefühl von Trockenheit oder Überlauf sowie sekundäre Beschwerden wie Brennen, Fremdkörpergefühl und verschwommenes Sehen. Bei Obstruktionen der Tränenwege äußert sich häufig ein epiphoretisches Ausflussmuster mit nächtlichem Tropfen aus dem medialen Augenwinkel. Entzündliche Prozesse (Dacryoadenitis, Dacrytitis) zeigen Rötung, Schwellung und Schmerz über der Orbita bzw. am Lidrand. Der Verlauf kann akut (bakterielle Infektion) oder chronisch (obstruktive Stauungen, autoimmune Keratopathie) sein.
Diagnostik
Die Anamnese erfasst Dauer, Intensität und Auslöser von Tränenflussstörungen sowie Begleiterkrankungen (autoimmunologische Erkrankungen, medikamentöse Nebenwirkungen). Die klinische Untersuchung beinhaltet die Spaltlampenbiomikroskopie mit fluoreszierendem Farbstofftest (Fluorescein‑Dye‑Test) zur Bewertung des Tränenfilm‑Break‑Up‑Time und den Schirmer‑Test zur Quantifizierung der Basalsekretion. Bildgebende Verfahren, insbesondere hochauflösende Ultraschall- und Magnetresonanztomographie, ermöglichen die Darstellung von Drüsengröße, Infiltrationen und strukturellen Anomalien der Tränenwege. Diagnosekriterien beruhen auf einer Kombination aus klinischen Befunden, funktionellen Tests und bildgebenden Ergebnissen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Keratitis sicca (primär funktionelle Störung des Tränenfilms) – charakterisiert durch verkürzten Tear‑Film‑Break‑Up‑Time ohne strukturelle Obstruktion.
- Nasolacrimaler Ductusobstruktion – klinisch ähnlich, jedoch nachweisbare Blockade im nasolacrimalen Kanal mittels Bildgebung oder Duktusprobe.
- Entzündliche Orbitalpathologien (Orbitalzellulitis, Tumoren) – zeigen zusätzliche proptotische Symptome und differenzierbare bildgebende Befunde.
- Allergische Konjunktivitis – vorwiegend pruritus‑dominierte Symptomatik mit papillären Veränderungen der Bindehaut.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Pathomechanismus. Bei hyposekretionären Störungen wird eine medikamentöse Standardtherapie mit Tränenersatzpräparaten (künstliche Tränen) empfohlen, ergänzt durch entzündungshemmende Augentropfen bei begleitender Bindehautentzündung. Hypersekretive oder obstructive Zustände werden primär chirurgisch behandelt: Dacryocystorhinostomie oder endoskopische Verfahren zur Wiederherstellung des Abflusses. Bei akuten infektiösen Entzündungen wird eine antibiotische Therapie nach mikrobiologischer Abklärung eingesetzt. Postoperative Nachsorge umfasst regelmäßige Funktionskontrollen und ggf. topische Therapie.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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