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Transitorische dissoziative Störungen (F44.82) im Kindes‑ und Jugendalter – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
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In diesem Artikel
Übersicht
Transitorische dissoziative Störungen (auch als Konversionsstörungen bezeichnet) manifestieren sich in Kindheit und Jugend durch plötzlich auftretende neurologisch‑ähnliche Symptome, die nicht durch organische Befunde erklärt werden können. Die Prävalenz liegt im Kindes- und Jugendalter bei etwa 1 % bis 5 %, wobei ein höheres Auftreten bei Mädchen berichtet wird. Klinisch bedeutsam ist die häufige Assoziation mit psychosozialen Belastungsfaktoren, insbesondere traumatischen Erlebnissen in der frühen Kindheit, sowie das Risiko für chronische Funktionsstörungen und psychische Komorbiditäten im späteren Leben.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen motorische Defizite (z. B. Lähmungen, Koordinationsstörungen), sensorische Ausfälle (wie Taubheit oder Sehstörungen) sowie nicht‑organisch erklärbare Anfälle. Die Symptome treten abrupt auf, zeigen eine erhebliche Inkongruenz zu physiologischen Befunden und verlaufen häufig in einem wechselhaften Muster mit Phasen spontaner Remissionen und Rezidiven. Oft besteht ein zeitlicher Zusammenhang zu belastenden Ereignissen, wobei die Betroffenen jedoch nicht bewusst über die psychische Ursache berichten.
Diagnostik
Die Diagnose beruht auf einer strukturierten Anamnese, die psychosoziale Stressoren, Traumata und frühere psychiatrische Vorgeschichten erfasst. Die klinische Untersuchung muss organische Ursachen ausschließen; hierzu gehören neurologische Befundungen sowie ggf. bildgebende Verfahren (z. B. MRT) und Laboruntersuchungen, die jedoch in der Regel unauffällig bleiben. Für die Klassifikation wird das aktuelle Diagnosemanual herangezogen, wobei die Kriterien für transitorische dissoziative Störungen ein plötzliches Auftreten von Symptomen, fehlende organische Erklärung und ein Zusammenhang zu psychosozialen Stressoren verlangen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Neurologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Epilepsie) – gekennzeichnet durch objektiv nachweisbare Befunde in Bildgebung oder EEG.
- Somatoforme Störungen – zeigen häufig persistierende Beschwerden ohne plötzlichen Auftreten und weniger klare Inkongruenz zu neurologischen Tests.
- Psychogene Nicht‑epileptische Anfälle (PNES) – können ähnlich auftreten, jedoch meist mit charakteristischen Muster im Video‑EEG.
- Akute Belastungsreaktionen – häufig kurzzeitig und ohne anhaltende körperliche Defizite.
Therapie
Leitliniengerechte Behandlung kombiniert psychotherapeutische Interventionen mit einer symptomorientierten Unterstützung. Die primäre Therapieform ist die kognitive Verhaltenstherapie, die speziell auf das Erkennen und Verarbeiten von Stressoren sowie die Wiedererlangung funktioneller Fähigkeiten abzielt. Ergänzend kann eine körperorientierte Therapie (z. B. physiotherapeutische Maßnahmen) zur Verbesserung motorischer Defizite eingesetzt werden. Medikamentöse Therapien finden nur bei ausgeprägten komorbiden Angst- oder Depressionssymptomen Anwendung und orientieren sich an den jeweiligen Standardtherapien für diese Begleiterkrankungen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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