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Traumatische Aortenruptur (S35.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Die traumatische Aortenruptur ist ein seltenes, aber hochgradig lebensbedrohliches Ereignis, das vorwiegend nach schweren thorakalen Traumata auftritt. Die Inzidenz liegt im Rahmen von 0,1 % bis 2 % aller polytraumatisierten Patienten, wobei die Mortalität bei nicht operativ behandelten Fällen nahezu 100 % beträgt. Sie stellt einen kritischen Notfall dar, weil das Risiko eines raschen exsanguinierenden Blutverlustes und einer sekundären Organischämie besteht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein plötzlich auftretender thorakaler Schmerz, häufig begleitet von Dyspnoe oder einem Druckgefühl im Brustkorb. Häufig findet sich ein pulsierendes Thoraxgeräusch (Mach‑Bogen) sowie eine Blutdruckdisparität zwischen den Armen, die auf eine proximale Aortenverletzung hinweist. In vielen Fällen liegt jedoch nur ein unspezifisches Kreislaufversagen vor, da die Ruptur häufig mit anderen schweren Verletzungen (z. B. Rippenfrakturen, Lungenkontusionen) assoziiert ist. Der klinische Verlauf kann schnell zu einem kardiovaskulären Kollaps führen, wenn keine sofortige definitive Therapie eingeleitet wird.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Unfallereignis (hohe Aufprallenergie, rascher Dekeleration) und mögliche Begleitverletzungen. Die körperliche Untersuchung sollte Blutdruckmessungen an beiden Armen sowie die Suche nach einem Thoraxgeräusch umfassen. Laborparameter sind unspezifisch, können jedoch Hinweise auf beginnende Organinsuffizienz geben. Bildgebend ist die Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel die Methode der Wahl; sie ermöglicht eine schnelle und hochsensible Darstellung der Aortenwand, des Isthmus sowie möglicher Begleitverletzungen. In hemodynamisch instabilen Patienten kann ein transösophagealer Echokardiogramm (TEE) als Alternative dienen, um rasch eine Ruptur zu bestätigen oder auszuschließen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Thorakale Aortendissektion traumatischer Genese, die sich durch einen intimalen Flap und einwandfreie äußere Wand auszeichnet.
- Mediastinale Hämatome ohne direkte Aortenbeteiligung, die ähnliche Drucksymptome hervorrufen können.
- Penetrante Brustverletzungen (z. B. Stichwunden), bei denen eine Aortenverletzung sekundär auftreten kann.
- Akute Herzinsuffizienz oder pulmonale Embolie, die ebenfalls Dyspnoe und Kreislaufinstabilität verursachen.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie besteht aus einer sofortigen hämodynamischen Stabilisierung gefolgt von einer definitive Gefäßintervention. Bei stabilen Patienten wird bevorzugt eine endovaskuläre Stent‑Graft-Implantation durchgeführt, da sie mit geringerer perioperativer Morbidität assoziiert ist. In Fällen hemodynamischer Instabilität oder bei anatomischen Kontraindikationen (z. B. ungeeignete Gefäßzugänge) ist ein offenes chirurgisches Reparaturverfahren indiziert. Begleitende Maßnahmen umfassen die Kontrolle von Blutungen, die Optimierung der Perfusion und die Behandlung von Begleitverletzungen nach den Prinzipien des Damage‑Control‑Managements.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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