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Traumatische Amputation der äußeren Genitalien – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (ICD‑10 S38.2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Traumatische Amputation der äußeren Genitalorgane beschreibt den kompletten oder teilweisen Verlust von Penis und/oder Skrotum infolge eines akuten mechanischen Traumas (z. B. Verkehrsunfall, Gewaltanwendung, elektrischer Verbrennung). Die Inzidenz ist in Deutschland sehr gering und wird meist im Rahmen von polytraumatologischen Notfällen erfasst. Klinisch relevant sind die sofortige Gefahr lebensbedrohlicher Blutungen, das Risiko für Infektionen sowie langfristige funktionelle und psychosexuelle Folgen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen akute starke Schmerzen, massive Blutung aus dem Genitalbereich und sichtbare Gewebeverlust. Häufig liegen zusätzlich Verletzungen des Beckens, der Harnröhre und angrenzender Weichteile vor. Der Verlauf ist geprägt von einer initialen Schockphase, gefolgt von der Notwendigkeit schneller chirurgischer Versorgung zur Blutstillung und Kontaminationseindämmung.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Mechanismus des Traumas, die Zeit seit Verletzung und bereits eingeleitete Maßnahmen. Die körperliche Untersuchung prüft Ausmaß der Amputation, vaskuläre Integrität, Zustand der Harnröhre und mögliche Begleitverletzungen. Laboruntersuchungen umfassen Blutbild, Gerinnungsstatus und ggf. Infektionsparameter. Bildgebende Verfahren (CT des Beckens, Angiographie) dienen zur Beurteilung von Gefäßschäden und intraabdominellen Verletzungen. Die Diagnose wird anhand der klinischen Befunde und bildgebenden Ergebnisse gestellt.

Differenzialdiagnosen

  • Penile Avulsion ohne vollständige Amputation
  • Penetrierende Verletzungen mit intakter Haut, aber tiefen Gewebeschäden
  • Urethrale Ruptur ohne äußere Genitalamputation
  • Perineale Traumata mit isolierter Schrotthaut‑ oder Muskelverletzung

Unterscheidungsmerkmale liegen im Ausmaß des Gewebeverlusts und der Beteiligung von Harnröhre bzw. Blutgefäßen.

Therapie

Die initiale Behandlung richtet sich nach den Prinzipien der Traumaversorgung: sofortige Blutstillung, Hämostase, prophylaktische Antibiotikagabe und Schmerztherapie. Multimodale Analgesie im perioperativen Zeitraum wird empfohlen, um sowohl nozizeptive als auch neuropathische Schmerzen zu adressieren; hierzu zählen Opioide, nicht‑opioide Analgetika und lokalanästhetische Techniken. Nach Stabilisierung erfolgt die chirurgische Rekonstruktion. Moderne penile rekonstruktive Techniken nutzen fasciokutaneuse Rotationslappen des Skrotums oder andere lokale Gewebetransplantate, um ein funktionelles Phallus zu erzeugen. Der Einsatz von Scrotal‑Fasziokutanen‑Rotation‑Flaps wurde in Einzelfällen nach schweren Verbrennungen erfolgreich beschrieben und bietet eine Option für die Wiederherstellung von Peniskörper und -haut.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.