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Trichotillomanie (F63.3) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-050321

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Trichotillomanie (TTM) ist eine psychische Störung, die durch das wiederholte, meist unkontrollierbare Ausreißen von Eigenhaar gekennzeichnet ist und zu signifikanten psychosozialen Beeinträchtigungen führen kann. Die Prävalenz liegt im Erwachsenenalter bei etwa 1 % und zeigt ein leichtes weibliches Übergewicht; in Kindheit und Jugend wird die Störung häufig erstmals manifest. Aufgrund der hohen Belastung für Betroffene sowie möglicher sekundärer dermatologischer Komplikationen ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung klinisch relevant.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind das wiederholte Ausreißen von Haaren aus Kopfhaut, Augenbrauen, Wimpern oder anderen Körperregionen, häufig begleitet von Spannungsgefühlen vor dem Zugriff und einer kurzfristigen Erleichterung danach. Der Krankheitsverlauf ist meist chronisch‑remittierend; Phasen intensiver Haarentfernung können von Perioden mit geringerem Zwangsgrad abgelöst werden. Dermatologisch zeigt sich ein charakteristisches Muster aus kahlen Stellen unterschiedlicher Größe, häufig umrandet von kurzstehenden, unregelmäßig wachsenden Haaren. Psychisch berichten Betroffene häufig über Scham, soziale Isolation und depressive Verstimmungen.

Diagnostik

Die Diagnose beruht primär auf einer strukturierten Anamnese, die das Auftreten von wiederholtem Haarausreißen, die damit verbundenen inneren Spannungszuständen sowie die psychosozialen Folgen erfasst. Klinisch wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um typische Haarverlustmuster zu dokumentieren und sekundäre Hautveränderungen (z. B. Entzündungen) auszuschließen. Labor- oder apparative Untersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich, dienen jedoch dem Ausschluss differenzialdiagnostischer Erkrankungen. Die Diagnosekriterien orientieren sich an etablierten Klassifikationssystemen für Zwangsstörungen und beinhalten das Vorhandensein von wiederholtem Haarausreißen über einen Zeitraum von mindestens einem Monat sowie die damit verbundene Beeinträchtigung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Formen des Haarverlusts wie Alopecia areata, Trichotillosis (infektiöse Ursachen), Telogenes Effluvium und psychodermatologische Störungen wie Dermatillomanie. Bei Alopecia areata finden sich runde, glatte kahle Stellen ohne Anzeichen von Haarausreißen; Trichotillosis ist durch entzündliche Läsionen und mögliche Pilzbefall gekennzeichnet. Telogenes Effluvium präsentiert sich mit diffusem Haarausfall ohne lokalisierte Muster. Dermatillomanie unterscheidet sich durch das Ausdrücken oder Kratzen der Haut statt des Haarziehens.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie kombiniert verhaltenstherapeutische Verfahren und, falls indiziert, medikamentöse Unterstützung. Das kognitive Verhaltenstraining mit habit reversal training (HRT) gilt als evidenzbasierte Erstlinientherapie; es zielt darauf ab, das Zugriffsverhalten zu erkennen, alternative Verhaltensweisen zu etablieren und die zugrunde liegende Spannung zu reduzieren. Bei Therapieversagen oder schwerer Ausprägung kann eine medikamentöse Standardtherapie erwogen werden, wobei die Auswahl auf den individuellen klinischen Kontext abgestimmt wird. Psychotherapeutische Begleitung ist insbesondere bei komorbiden Angst‑ oder Depressionssymptomen wichtig.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.