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Trikuspidalklappenstenose – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (ICD‑10 I07.0)

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-032656

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Trikuspidalklappenstenose (TS) ist eine seltene kardiale Erkrankung, die primär den rechtsventrikulären Blutfluss beeinträchtigt. Epidemiologisch wird sie deutlich seltener als Mitral- oder Aortenklappenstenosen berichtet; klinisch relevant wird sie meist erst im fortgeschrittenen Stadium, wenn Rechtsherzversagen eintritt. Die Pathogenese ist heterogen und umfasst angeborene Fehlbildungen, sekundäre Verkalkung sowie iatromechanische Ursachen wie Implantate.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer TS sind rechtsseitige Belastungsdyspnoe, periphere Ödeme und hepatische Stauung. Bei körperlicher Untersuchung kann ein ausgeprägtes juguläres Venendrucksignal sowie eine vermehrte Geräuschintensität bei tiefen Atemzügen auftreten. Der klassische Rivero‑Carvallo‑Test (Verstärkung des Herzgeräusches beim Einatmen) bleibt häufig erhalten, kann jedoch bei bioprosthetischer Stenose verändert sein. Der Krankheitsverlauf ist meist schleichend; akute Dekompensation kann durch infektiöse Endokarditis nach Gerätimplantationen ausgelöst werden.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf rechtsherzbezogene Beschwerden, frühere kardiale Eingriffe (z. B. Pacemaker) und mögliche angeborene Herzfehler. Klinisch wird die Jugularvenenstauung beurteilt; ein erhöhter zentraler Venendruck ist charakteristisch. Bildgebend steht die dreidimensionale Echokardiografie im Vordergrund, da sie eine präzise Beurteilung der Klappenöffnung und -fläche ermöglicht und in Fallserien den diagnostischen Mehrwert gegenüber konventioneller 2‑D‑Echokardiografie zeigte. Ergänzend können transösophageale Echokardiographie, kardiale Computertomographie und Magnetresonanztomographie eingesetzt werden, um Verkalkungen oder strukturelle Anomalien (z. B. kleines Ostium secundum) zu visualisieren. Die Diagnose wird gestellt bei einer gemessenen Klappenöffnungsfläche unter dem kritischen Schwellenwert in Kombination mit hemodynamisch relevanten Druckgradienten.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen rechtsventrikuläre Dysfunktion ohne Klappenbeteiligung, pulmonale Hypertonie, Trikuspidalinsuffizienz sowie perikardiale Erkrankungen. Bei Verdacht auf infektiöse Endokarditis muss diese von einer reinen Stenose unterschieden werden; hierbei sind Blutkulturen und transösophageale Bildgebung entscheidend. Angeborene Fehlbildungen wie ein kleines Atriumseptumdefekt oder Ventrikelseptumdefekt mit Eisenmenger‑Komplex können ebenfalls rechtsseitige Drucküberlastung verursachen, müssen jedoch durch spezifische anatomische Befunde differenziert werden.

Therapie

Die therapeutische Strategie orientiert sich an einer leitliniengerechten Behandlung des Rechtsherzversagens und der zugrunde liegenden Ätiologie. Bei symptomatischer TS wird primär eine interventionelle oder chirurgische Klappenintervention angestrebt, wobei die Wahl zwischen Ballonvalvuloplastie, Klappenreparatur oder -ersatz von individuellen anatomischen Gegebenheiten abhängt. Bei iatrogenen Fällen nach Pacemaker‑Implantation mit infektiöser Endokarditis ist eine antibiotische Therapie kombiniert mit einer möglichen chirurgischen Dekonstruktion der infizierten Struktur indiziert. Medikamentös wird die rechtsventrikuläre Belastung durch Diuretika und gegebenenfalls Pulmonalarterioldilatatoren reduziert, wobei die Dosierung an den klinischen Befund angepasst wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.