Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Maligne Tumoren der Tuba uterina – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (C57.0)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Tuba uterina (Falloppioschlaufe) ist ein zentraler Bestandteil des weiblichen Fortpflanzungstrakts, der die Befruchtung der Eizelle im Ampulla ermöglicht und den Transport des Embryos in die Gebärmutter sicherstellt. Pathologische Veränderungen wie Salpingitis, tubale Obstruktionen oder neoplastische Prozesse können zu Fertilitätsstörungen, chronischen Schmerzen und erhöhtem Risiko für ektopische Schwangerschaften führen. Die Häufigkeit entzündlicher Tubenerkrankungen ist insbesondere bei sexuell übertragbaren Infektionen und aufsteigenden Genitalinfektionen hoch; tubale Tumoren sind selten, während tuberkulöse Beteiligung der Tuba uterina in Endemiegebieten vorkommt.

Klinisches Erscheinungsbild

Entzündliche Erkrankungen der Tuba uterina (Salpingitis) manifestieren sich typischerweise mit Unterbauchschmerzen, insbesondere im rechten oder linken Flankengebiet, fieberhaften Beschwerden und ggf. vaginalem Ausfluss. Bei chronischer Tubenentzündung können dysmenorrhoische Schmerzen, Dyspareunie und infertile Phasen auftreten. Akute tuberkulöse Beteiligung kann unspezifische Beckenschmerzen und systemische Symptome wie Gewichtsverlust oder Nachtschweiß hervorrufen, wobei die klinische Präsentation häufig von anderen gynäkologischen Erkrankungen überlagert wird.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Schmerzen im Unterbauch, vorherige sexuell übertragbare Infektionen, frühere gynäkologische Eingriffe und Fertilitätsprobleme. Klinisch wird die Palpation des Beckenraums durchgeführt; bei akuter Salpingitis zeigen sich häufig ein lokaler Abwehrspannungsbefund und ggf. ein entzündlicher Cervix. Bildgebende Verfahren umfassen transvaginale Sonographie zur Darstellung von Flüssigkeitsansammlungen in der Tuba uterina (Hydrosalpinx) und Dilatation der Tuben. Bei Verdacht auf tuberkulöse Beteiligung können ergänzend eine Computertomografie des Beckens sowie mikrobiologische Untersuchungen (Kultur, PCR) aus Endozytosenmaterial herangezogen werden. Die Diagnose wird gestellt durch Kombination von klinischen Befunden, bildgebenden Ergebnissen und mikrobiologischer Bestätigung bei infektiöser Ätiologie.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Appendizitis (rechtsseitiger Schmerz), Ovarialzysten oder -torsion (lokaler Schmerz mit Übelkeit), entzündliche Beckenerkrankungen wie Pelvic Inflammatory Disease ohne Tubenbeteiligung, Endometriose (chronische Beckenschmerzen) sowie ektopische Schwangerschaften, die eine ähnliche Schmerzlage aufweisen können. Bei tuberkulöser Genitalinfektion ist die Differenzierung von anderen granulomatösen Erkrankungen des Beckens (z. B. Sarkoidose) notwendig.

Therapie

Die Behandlung entzündlicher Tubenerkrankungen orientiert sich an leitliniengerechten Antibiotikatherapien, die auf die häufigsten Erreger (z. B. Chlamydia trachomatis, Neisseria gonorrhoeae) abzielen und nach mikrobiologischer Resistenzlage angepasst werden. Bei tuberkulöser Beteiligung wird eine langzeitige anti‑tuberkulöse Therapie gemäß den Standards für extrapulmonale Tuberkulose eingesetzt. Chirurgische Optionen wie laparoskopische Salpingektomie oder Tubenresektion kommen bei therapierefraktären Fällen, schweren strukturellen Schäden oder als Prävention einer ektopischen Schwangerschaft in Betracht.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.