Wissensartikel · DE
Tuberculous Peritonitis (ICD‑10 K67.3): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 5
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Tuberkulöse Peritonitis ist eine seltene Form der extrapulmonalen Tuberkulose, bei der Mycobacterium tuberculosis die Peritonealschleimhaut befällt. Sie tritt vor allem in Regionen mit hoher TB-Inzidenz sowie bei immunsupprimierten Patienten auf und stellt im klinischen Alltag aufgrund unspezifischer Symptome und schwieriger Diagnostik eine relevante Herausforderung dar.
Klinisches Erscheinungsbild
Patient*innen präsentieren sich häufig mit schleichend zunehmenden Bauchschmerzen, Aszites und Gewichtsverlust. Weitere häufige Befunde sind Fieber, nächtliches Schwitzen und ein allgemeiner Abgeschlagenheitszustand. Der Krankheitsverlauf kann chronisch sein, wobei akute Exazerbationen durch sekundäre bakterielle Superinfektionen auftreten können.
Diagnostik
Die Anamnese sollte Risikofaktoren für Tuberkulose (z. B. Herkunft aus Hochprävalenzregionen, HIV‑Infektion, vorherige TB-Exposition) erfassen. Klinisch ist die Untersuchung durch Aszites und mögliche abdominelle Tastbefunde geprägt. Laboruntersuchungen zeigen häufig eine exudative Aszitis mit erhöhtem Laktatdehydrogenase-Spiegel und lymphozytärer Zellverteilung. Die definitive Diagnose erfordert mikrobiologische oder histopathologische Nachweise: Peritoneal‑Biopsie mit Nachweis von säurefesten Stäbchen, Kultur für Mykobakterien oder PCR-basierte Detektion von MTB-DNA gelten als goldstandard. Bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT) können Befunde wie peritoneale Verdickungen, Lymphknotenvergrößerungen und freie Flüssigkeit darstellen, sind jedoch nicht spezifisch.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen bakterielle Peritonitis, Karzinomperitonitis, Meckel‑Divertikulitis, entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn) und peritoneale Sarkoidose. Charakteristische Unterscheidungsmerkmale sind das zelluläre Profil des Aszites (lymphozytär bei TB vs. neutrophilär bei bakterieller Peritonitis), das Vorhandensein von granulomatösen Läsionen in Biopsien und spezifische mikrobiologische Befunde.
Therapie
Die Behandlung erfolgt nach leitliniengerechter, medikamentöser Standardtherapie über mehrere Monate, beginnend mit einer intensiven Phase mehrerer wirksamer antituberkulöser Substanzen, gefolgt von einer Erhaltungsphase. Die Therapie wird in der Regel für mindestens sechs bis neun Monate fortgeführt, wobei die Dauer je nach klinischem Ansprechen und Vorhandensein von Komorbiditäten angepasst werden kann. Zusätzlich sollte bei Aszites therapeutisches Parazentese durchgeführt werden, um symptomatische Belastungen zu reduzieren.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.