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Tumor‑Kachexie: Ernährung und differenzialdiagnostischer Algorithmus

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-014527

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Tumor‑Kachexie bezeichnet ein multifaktorielles Syndrom aus ungewolltem Gewichtsverlust, Verlust von fett- und fettfreier Muskelmasse sowie einer chronischen Entzündungsreaktion bei Krebspatienten. Die Prävalenz liegt je nach Tumortyp und Krankheitsstadium zwischen 20 % und 80 %. Sie ist mit einer erhöhten Morbidität, reduzierter Lebensqualität und verkürzter Gesamtüberlebenszeit assoziiert, weshalb sie als eigenständige klinische Entität betrachtet wird.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind ein fortschreitender Gewichtsverlust von mehr als 5 % innerhalb von sechs Monaten, begleitet von Anorexie, Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit. Körperliche Untersuchung zeigt häufig eine reduzierte subkutane Fettdecke sowie einen Verlust der Muskelmasse, insbesondere im Bereich der Extremitäten. Der Verlauf ist meist progressiv und korreliert mit dem Fortschreiten des malignen Prozesses; akute Phasen können durch Tumor‑bezogene oder therapiebedingte Ereignisse (z. B. Infektionen, Chemotherapie) ausgelöst werden.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf einer strukturierten Anamnese (Gewichtsverlust, Appetitveränderungen, Ernährungsaufnahme), körperlichen Befunden und laborchemischen Parametern. Zu den relevanten Laborwerten gehören Serum‑Albumin, C‑reaktives Protein und Lipidprofile, die Hinweise auf den entzündlichen Status und den Ernährungszustand geben. Bildgebende Verfahren (CT oder MRI) werden zur quantitativen Bestimmung der Muskelmasse eingesetzt. Diagnosekriterien umfassen Gewichtsverlust, nachgewiesenen Verlust von fettfreier Masse sowie das Vorhandensein einer chronischen Entzündung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind primäre Malnutrition (z. B. durch psychosoziale Faktoren), hormonelle Störungen wie Hyperthyreose, schwere Infektionen und andere katabole Zustände (z. B. chronische Herzinsuffizienz). Der Unterschied zur reinen Unterernährung liegt in der Kombination aus Entzündungsmediatoren, erhöhtem Energieverbrauch und spezifischem Muskelabbau bei Tumor‑Kachexie.

Therapie

Die Behandlung ist multidisziplinär und umfasst ernährungsmedizinische Interventionen, physikalische Aktivität sowie medikamentöse Therapien. Leitliniengerechte Ernährung beinhaltet eine energiereiche, proteinreiche Kost mit Fokus auf leicht verdaulichen Nährstoffen und ggf. orale Nahrungsergänzungsmittel. Physikalisches Training, insbesondere Krafttraining, unterstützt den Erhalt der Muskelmasse. Medikamentös können Anabolika oder entzündungsmodulierende Substanzen eingesetzt werden, wobei die Auswahl an die individuelle Situation des Patienten angepasst wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.