Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Ulzeration der Vulva – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie-Standard (ICD‑10 N76.6)

Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
  • Sonstige Quelle: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Ulzeration der Vulva bezeichnet das Auftreten von offenen, schmerzhaften Läsionen an der äußeren weiblichen Genitalregion. Sie ist ein relativ seltenes Phänomen, tritt jedoch insbesondere bei chronisch entzündlichen Erkrankungen, Infektionen oder malignen Prozessen auf. Die klinische Relevanz liegt in den potenziell schweren Schmerzen, dem Risiko sekundärer Infektionen und der Notwendigkeit einer differenzialdiagnostischen Abklärung, um schwerwiegende Grunderkrankungen auszuschließen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind schmerzhafte, nässende oder verkrustete Hautdefekte an den Schamlippen, dem Vestibulum oder am Introitus. Patienten berichten häufig über Brennen, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie). Der Verlauf kann akut mit rascher Ausdehnung sein oder chronisch mit wiederholten Phasen von Besserung und Verschlimmerung.

Diagnostik

Die Anamnese umfasst Fragen zu lokalen Irritationen, sexueller Aktivität, Hygienegewohnheiten, früheren Infektionen, systemischen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen) sowie Medikamentengeschichte. Die körperliche Untersuchung sollte eine genaue Inspektion der Vulva unter ausreichender Beleuchtung und ggf. mit einem Dermatoskop beinhalten. Mikrobiologische Abstriche zur Identifikation von bakteriellen oder pilzlichen Erregern sind empfehlenswert, insbesondere wenn ein anaerober Befund vermutet wird. Zusätzlich können Blutuntersuchungen (Entzündungsparameter, Blutzucker) sowie bildgebende Verfahren bei Verdacht auf tieferliegende Pathologien durchgeführt werden. Die Diagnose einer Ulzeration der Vulva basiert auf dem Nachweis einer offenen Hautläsion nach Ausschluss anderer Ursachen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Vulvitis (entzündliche Veränderungen ohne offene Läsionen)
  • Herpes genitalis (typische gruppierte Vesikel, PCR-Nachweis)
  • Syphilis (primäre Chancre, serologische Tests)
  • Lichen sclerosus et atrophicus (weiße Plaques, charakteristisches Muster)
  • Maligne Neoplasien (Karzinome, Melanome; Biopsie erforderlich)
  • Dermatologische Erkrankungen wie Pemphigus vulgaris oder Bullöses Pemphigoid (Blasenbildung, Immunhistochemie)

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Ätiologie. Bei einer bakteriellen Infektion mit anaeroben Erregern ist die Anwendung von Metronidazol als Teil der medikamentösen Standardtherapie empfohlen. Zusätzlich sollten lokale Wundpflege, schmerzlindernde Maßnahmen (z. B. topische Analgetika) und das Vermeiden von Reizstoffen erfolgen. Bei nichtinfektiöser Genese kann eine Therapie mit kortikosteroidhaltigen Cremes oder Immunmodulatoren indiziert sein. In allen Fällen ist die konsequente Kontrolle des Heilungsverlaufs sowie die Anpassung der Behandlung an den klinischen Verlauf notwendig.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Benachbarte ICD-10-Codes im selben Block.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.