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Untere gastrointestinale Blutung (ICD‑10 K62.5): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 4
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In diesem Artikel
Übersicht
Die akute untere gastrointestinale Blutung (AGIB) bezeichnet einen plötzlichen Blutverlust aus dem Darmtrakt distal zum Ligamentum of Treitz. Sie ist epidemiologisch weniger häufig als eine obere gastrointestinalen Blutung, macht jedoch etwa 20 % aller gastrointestinalen Notfälle aus und ist mit einer Mortalität von bis zu 10 % verbunden. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen schnellen Verschlechterung des hämodynamischen Zustands sowie in der Notwendigkeit einer raschen Ursachenklärung und Therapie.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch für eine AGIB sind das Auftreten von Hämatochezie (frischer roter Stuhl) oder meläna (schwarzer, teerartiger Stuhl), wobei die Farbe des Stuhls Aufschluss über den Ort der Blutung geben kann. Patienten können über Bauchschmerzen, Krämpfe oder Tenesmus klagen. Der klinische Verlauf ist häufig abrupt; ein initial stabiler Zustand kann rasch zu Schockzeichen (Tachykardie, Hypotonie, kognitive Verwirrtheit) führen. In den überprüften Quellen wird betont, dass das Vorhandensein von Blut im Stuhl allein nicht die Schwere der Blutung vorhersagt.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie entzündliche Darmerkrankungen, Divertikel, Angiodysplasien, medikamentöse Antikoagulation und vorherige gastrointestinale Blutungen. Die körperliche Untersuchung umfasst die Beurteilung des Kreislaufstatus sowie eine rektale Tastuntersuchung, um frisches Blut zu identifizieren. Laborparameter (Hämoglobin, Hämatokrit, Gerinnungsstatus) dienen der Einschätzung des Blutverlusts und der Notwendigkeit einer Transfusion. Bildgebend ist die Kolonoskopie das primäre diagnostische Verfahren; sie ermöglicht sowohl Diagnostik als auch Therapie. In Ausnahmefällen wird eine Computertomographie-Angiografie (CTA) eingesetzt, insbesondere wenn die Endoskopie nicht sofort verfügbar oder unklar ist.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Reaktive Blutungen aus einer oberen gastrointestinalen Quelle mit weiterem Transit (z. B. peptische Ulkus)
- Infektiöse Kolitis (z. B. Clostridioides‑difficile) mit blutigem Durchfall
- Ischämische Kolitis, die häufig bei älteren Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren auftritt
- Neoplastische Läsionen des Dickdarms, insbesondere kolorektale Karzinome mit Ulzeration
Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination aus Anamnese, endoskopischen Befunden und bildgebenden Verfahren.
Therapie
Die initiale Therapie richtet sich nach dem hämodynamischen Status. Bei Instabilität wird sofort eine volumenbasierte Resuscitation mit kristalloiden Lösungen sowie ggf. Blutkomponenten eingeleitet. Nach Stabilisierung erfolgt die leitliniengerechte endoskopische Intervention, wobei verschiedene Techniken (Thermokoagulation, Clips, Injektion) je nach Läsionstyp eingesetzt werden können. Bei erfolgloser endoskopischer Therapie oder persistierender Blutung wird eine interventionelle Radiologie (Embolisation) oder ein chirurgisches Eingreifen in Erwägung gezogen. Zusätzlich ist die Revision von gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer) Teil der Standardtherapie.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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