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Untere gastrointestinale Blutung (ICD‑10 K62.5): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-017855

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die akute untere gastrointestinale Blutung (AGIB) bezeichnet einen plötzlichen Blutverlust aus dem Darmtrakt distal zum Ligamentum of Treitz. Sie ist epidemiologisch weniger häufig als eine obere gastrointestinalen Blutung, macht jedoch etwa 20 % aller gastrointestinalen Notfälle aus und ist mit einer Mortalität von bis zu 10 % verbunden. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen schnellen Verschlechterung des hämodynamischen Zustands sowie in der Notwendigkeit einer raschen Ursachenklärung und Therapie.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für eine AGIB sind das Auftreten von Hämatochezie (frischer roter Stuhl) oder meläna (schwarzer, teerartiger Stuhl), wobei die Farbe des Stuhls Aufschluss über den Ort der Blutung geben kann. Patienten können über Bauchschmerzen, Krämpfe oder Tenesmus klagen. Der klinische Verlauf ist häufig abrupt; ein initial stabiler Zustand kann rasch zu Schockzeichen (Tachykardie, Hypotonie, kognitive Verwirrtheit) führen. In den überprüften Quellen wird betont, dass das Vorhandensein von Blut im Stuhl allein nicht die Schwere der Blutung vorhersagt.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie entzündliche Darmerkrankungen, Divertikel, Angiodysplasien, medikamentöse Antikoagulation und vorherige gastrointestinale Blutungen. Die körperliche Untersuchung umfasst die Beurteilung des Kreislaufstatus sowie eine rektale Tastuntersuchung, um frisches Blut zu identifizieren. Laborparameter (Hämoglobin, Hämatokrit, Gerinnungsstatus) dienen der Einschätzung des Blutverlusts und der Notwendigkeit einer Transfusion. Bildgebend ist die Kolonoskopie das primäre diagnostische Verfahren; sie ermöglicht sowohl Diagnostik als auch Therapie. In Ausnahmefällen wird eine Computertomographie-Angiografie (CTA) eingesetzt, insbesondere wenn die Endoskopie nicht sofort verfügbar oder unklar ist.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Reaktive Blutungen aus einer oberen gastrointestinalen Quelle mit weiterem Transit (z. B. peptische Ulkus)
  • Infektiöse Kolitis (z. B. Clostridioides‑difficile) mit blutigem Durchfall
  • Ischämische Kolitis, die häufig bei älteren Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren auftritt
  • Neoplastische Läsionen des Dickdarms, insbesondere kolorektale Karzinome mit Ulzeration

Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination aus Anamnese, endoskopischen Befunden und bildgebenden Verfahren.

Therapie

Die initiale Therapie richtet sich nach dem hämodynamischen Status. Bei Instabilität wird sofort eine volumenbasierte Resuscitation mit kristalloiden Lösungen sowie ggf. Blutkomponenten eingeleitet. Nach Stabilisierung erfolgt die leitliniengerechte endoskopische Intervention, wobei verschiedene Techniken (Thermokoagulation, Clips, Injektion) je nach Läsionstyp eingesetzt werden können. Bei erfolgloser endoskopischer Therapie oder persistierender Blutung wird eine interventionelle Radiologie (Embolisation) oder ein chirurgisches Eingreifen in Erwägung gezogen. Zusätzlich ist die Revision von gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer) Teil der Standardtherapie.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.