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Untergewicht (ICD‑10 R63.6): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard für das Fachpersonal

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-044305

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Untergewicht bezeichnet ein Körpergewicht, das deutlich unter dem für Alter und Geschlecht erwarteten Normbereich liegt. In Deutschland wird bei Erwachsenen häufig der Body‑Mass‑Index (BMI) < 18,5 kg/m² als Schwelle verwendet; bei Kindern und Jugendlichen erfolgt die Bewertung anhand alters- und geschlechtspezifischer Perzentilen. Epidemiologische Daten zeigen, dass Untergewicht insbesondere in jüngeren Altersgruppen vorkommt, wobei regionale Unterschiede und methodische Faktoren die Prävalenzschätzungen beeinflussen. Klinisch relevant ist das erhöhte Risiko für Morbidität, beeinträchtigte Immunfunktion sowie mögliche psychische Komorbiditäten.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome bei Untergewicht sind ungewollter Gewichtsverlust, Müdigkeit, Kälteintoleranz und verminderte Muskelkraft. Körperliche Befunde können ein deutlich reduziertes subkutanes Fettgewebe, trockene Haut sowie brüchige Haare umfassen. Bei schwerem Untergewicht kann es zu orthostatischer Hypotonie, Bradykardie und hormonellen Störungen kommen. Der Verlauf ist häufig schleichend; bei sekundärem Untergewicht können akute Krankheitsereignisse den Gewichtsverlust beschleunigen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Ernährungsgewohnheiten, Gewichtsverlauf, psychosoziale Faktoren und mögliche Grunderkrankungen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet Messung von Gewicht, Größe, BMI sowie die Beurteilung von Muskel- und Fettmasse (z. B. Hautfaltendicken). Laboruntersuchungen umfassen Blutbild, Elektrolyte, Schilddrüsenparameter, Entzündungsmarker und ggf. Nährstoffstatus (z. B. Ferritin, Vitamin‑D). Bildgebende Verfahren werden bei Verdacht auf organische Ursachen eingesetzt. Diagnosekriterien beruhen auf BMI‑Grenzwerten bzw. altersbezogenen Perzentilen in Kombination mit dem Ausschluss anderer Ursachen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind Anorexia nervosa, chronische Infektionen (z. B. Tuberkulose), malabsorptive Erkrankungen (Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen) sowie endokrine Störungen wie Hyperthyreose oder Nebenniereninsuffizienz. Bei Kindern und Jugendlichen muss die Unterscheidung zwischen physiologischem Wachstumsschub und pathologischem Untergewicht erfolgen. Psychische Erkrankungen können sowohl Ursache als auch Begleiterscheinung sein.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ätiologie. Bei primärem, nicht organisch bedingtem Untergewicht steht eine leitliniengerechte Ernährungsrehabilitation im Vordergrund, die kalorien- und nährstoffreiche Kost sowie ggf. Nahrungsergänzungsmittel umfasst. Bei sekundärem Untergewicht werden die Grunderkrankungen (z. B. Infektionen, endokrine Störungen) spezifisch behandelt. Multidisziplinäre Ansätze mit Ernährungsberatung, psychologischer Unterstützung und physikalischer Therapie verbessern den Behandlungserfolg. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle von Gewicht, Laborparametern und klinischem Status ist essenziell.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.