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Verätzung von Mund und Rachen (ICD‑10 T28.5): Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 1
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Verätzungen des Mundes und Rachens entstehen durch Kontakt mit ätzenden Substanzen (z. B. Säuren, Basen oder chemischen Reinigern). Sie gehören zu den häufigsten oralen Verletzungen in der Notfallmedizin und können zu akuten Schmerzen, Schwellungen, Ulzerationen sowie langfristigen Komplikationen wie Stenosen führen. Die Inzidenz ist schwer zu quantifizieren, da Daten aus deutschen Registersystemen fehlen; jedoch wird die Problematik im Kontext von chemischen Unfällen regelmäßig in klinischen Fallberichten thematisiert.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind plötzlich einsetzende Schmerzen, Brennen und das Gefühl einer „brennenden“ Läsion im Mund- und Rachenraum. Sichtbare Befunde umfassen erythema, Blasenbildung, Nekrose oder ulzerative Läsionen der Schleimhaut. Der Verlauf kann von leichten, selbstlimitierenden Beschwerden bis zu schweren Schwellungen mit Atemwegsobstruktion reichen. In fortgeschrittenen Fällen können Schluckbeschwerden, Dysphagie und sekundäre Infektionen auftreten.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf den Kontakt mit potenziell ätzenden Substanzen (Art, Konzentration, Dauer des Kontakts). Die klinische Untersuchung beinhaltet eine Inspektion der oralen Schleimhaut, Bewertung von Schwellungen und Ulzerationen sowie die Beurteilung einer möglichen Atemwegsgefährdung. Laborparameter sind nicht spezifisch, können jedoch zur Ausschlussdiagnostik (z. B. Infektionszeichen) herangezogen werden. Bildgebende Verfahren kommen nur bei Verdacht auf tiefergehende Gewebeschädigung oder Luftwegskompression zum Einsatz.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Verbrennungen durch Hitze (unterschiedliche Läsionsmorphologie, meist ohne chemische Geruch)
- Infektiöse Pharyngitis (vorwiegend exudative Befunde, Fieber)
- Allergische Angioödeme (plötzlicher Schwellungsanstieg, fehlende Schleimhautnekrose)
- Autoimmune Ulzerationen (chronischer Verlauf, systemische Begleiterkrankungen)
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Läsion und der Atemwegsgefährdung. Grundsätzlich wird eine sofortige Spülung mit reichlich Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung empfohlen, um Restsubstanz zu entfernen. Analgetische Maßnahmen zur Schmerzreduktion sowie lokale antiseptische Versorgung gehören zum Standard. Bei ausgedehnten Nekrosen kann ein chirurgisches Débridement erforderlich sein. Systemisch wird eine leitliniengerechte Therapie mit intravenösem Flüssigkeitsausgleich und ggf. Kortikosteroiden zur Reduktion von Schwellungen eingesetzt, wenn die Atemwegssicherheit gefährdet ist.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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