Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Verbrennung von Mund und Rachen – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard (ICD‑10 T28.0)

Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-009636

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Verbrennungen des Mundes und Rachens entstehen häufig durch den Kontakt mit ätzenden Substanzen (z. B. Natronlauge, Salzsäure) oder thermischen Einwirkungen (verbrühte Flüssigkeiten). Sie stellen eine klinisch relevante Notfallsituation dar, weil sie zu akuten Schmerzen, Schwellungen und im Verlauf zu Strikturen des Ösophagus führen können. Die Inzidenz ist besonders bei Kindern hoch, da diese häufig unbeabsichtigt ätzende Haushaltsmittel aufnehmen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind sofort nach dem Kontakt orale Brenn‑ und Stechschmerzen, Rötung der Mundschleimhaut, Schluckbeschwerden sowie Speichelfluss. Bei schwereren Verbrühungen kann sich ein Ödem des Pharynx mit Stridor entwickeln, was eine Atemwegsobstruktion drohen lässt. Der Verlauf ist abhängig vom Schweregrad der Verletzung (Zargar‑Klassifikation): Grade I zeigt oberflächliche Epithelverletzungen, während Grade II und III tiefere Schleimhautschichten betreffen und ein erhöhtes Risiko für spätere Strikturen bergen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Art, Konzentration und Dauer des Kontakts sowie das Vorhandensein von Begleitverletzungen im Gastrointestinaltrakt. Die klinische Untersuchung umfasst Inspektion der Mund- und Rachenregion, Palpation für Ödeme und Auskultation zur Erfassung von Atemwegsobstruktionen. Bei Verdacht auf tiefergehende Verletzungen wird eine endoskopische Bewertung innerhalb von 24 Stunden empfohlen, um das Ausmaß des Ösophagus‑Brenns zu klassifizieren. Laborparameter (z. B. Entzündungsmarker) sind nicht spezifisch, können jedoch zur Überwachung einer sekundären Infektion herangezogen werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute infektiöse Pharyngitis, allergische Angioödeme, bakterielle Superinfektionen der Mundschleimhaut sowie mechanische Traumata (z. B. Zahnfraktur). Das Vorhandensein eines klaren Expositionsereignisses und das typische brennende Schmerzempfinden helfen, die kaustische oder thermische Ätiologie zu bestätigen.

Therapie

Die initiale Versorgung richtet sich nach leitliniengerechten Standards: Sicherstellung der Atemwege, Schmerzlinderung und Vermeidung weiterer Kontamination. Bei tiefen Verbrennungen (Zargar Grade II‑III) wird ein protokollgesteuertes Management empfohlen, das eine systematische Überwachung und frühzeitige endoskopische Kontrolle einschließt. In pädiatrischen Cohorten zeigte ein strukturiertes Protokoll mit konsequenter Beobachtung eine niedrige Strikturrate. Zusätzlich kann bei moderaten bis schweren Ösophagus‑Verbrennungen die Gabe von hochdosiertem Kortikosteroid (Methylprednisolon) erwogen werden, wobei randomisierte Studien einen Nutzen hinsichtlich Entzündungsreduktion und Strikturprävention nahelegen. Die Entscheidung für Steroidtherapie muss individuell abgewogen werden, da das Evidenzniveau begrenzt ist.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.