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Verbrennung und Verätzung des Auges – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-034563

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Verbrennungen und Verätzungen des Auges sowie seiner Anhangsgebilde stellen ein medizinisches Notfallproblem dar, das sowohl die strukturelle Integrität der Hornhaut als auch die Funktion der Binde- und Drüsenstrukturen gefährdet. Epidemiologisch sind schwere chemische oder thermische Augeninjury selten, jedoch mit hohem Risiko für dauerhafte Sehstörungen verbunden. Die klinische Relevanz ergibt sich aus dem potenziellen Verlust der Sehfunktion sowie den komplexen therapeutischen Anforderungen, die eine interdisziplinäre Versorgung erfordern.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind akute Schmerzen, Rötung, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit unmittelbar nach dem Ereignis. Bei thermischen Verbrennungen zeigt sich häufig eine oberflächliche Epithelnekrose mit möglicher Beteiligung der Bindehaut; chemische Verätzungen können zu sofortiger Zerstörung der Hornhautepithelien, stromaler Schwellung und nekrotischer Läsionen führen. Der Verlauf kann von einer schnellen epithelialen Regeneration bis hin zu chronischen Komplikationen wie limbaler Stammzelldefizienz oder neurotrophischer Keratitis reichen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Art, Dauer und Intensität des Reizstoffes sowie die sofortige Erstversorgung. Klinisch wird eine Spaltlampenuntersuchung durchgeführt, um das Ausmaß der epithelialen Schädigung, Stromalnekrose und eventuelle Beteiligung der Lidstrukturen zu beurteilen. Fluoreszein-Färbung dient zur Detektion von Epitheldefekten. In schweren Fällen kann die Bildgebung (z. B. Anteriorsegment-OCT) zur Bewertung stromaler Tiefe eingesetzt werden. Laboruntersuchungen sind selten erforderlich, können jedoch bei Verdacht auf infektiöse Superinfektionen indiziert sein.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute bakterielle Konjunktivitis, Hornhautulzera nicht-verbrennungsbedingt, Stevens‑Johnson‑Syndrom mit okulären Manifestationen sowie primäre neurotrophe Keratitis ohne exogene Schädigung. Die Unterscheidung basiert auf dem klinischen Kontext (z. B. Exposition gegenüber chemischen Substanzen), dem Muster der epithelialen Läsion und dem Vorhandensein systemischer Symptome.

Therapie

Die leitliniengerechte Ersttherapie besteht aus sofortiger Spülung des Auges mit physiologischer Kochsalzlösung für mindestens 15 Minuten, um den Reizstoff zu entfernen. Anschließend wird eine medikamentöse Standardtherapie eingeleitet, die topische antibiotische Prophylaxe, entzündungshemmende Augentropfen und, bei Bedarf, künstliche Tränen zur Unterstützung der epithelialen Heilung umfasst. Bei limbaler Stammzelldefizienz kann ein gezielter Ansatz mit endogenen therapeutischen Agenzien, wie sie in aktuellen Studien beschrieben sind, erwogen werden. In fortgeschrittenen Fällen ist eine chirurgische Intervention, etwa die Amnionmembran-Transplantation oder rekonstruktive Lidoperationen, indiziert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Es liegen derzeit keine spezifischen ICD‑10‑Codes im selben Kapitelblock, die unmittelbar mit akuten ocularen Verbrennungs- oder Verätzungsverletzungen verknüpft sind.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.