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Verletzung der A. axillaris (ICD‑10 S45.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Arteria axillaris ist die Fortsetzung der A. subclavia und verläuft durch das Achselgewebe bis zum Übergang in die A. brachialis. Verletzungen dieser großen Körperarterie sind selten, treten jedoch bei hochenergetischen Traumata des Oberkörpers, insbesondere bei stumpfen oder penetrierenden Verletzungen im Axillargebiet auf. Aufgrund der tiefen Lage und der umgebenden Muskulatur kann eine Blutung zunächst unbemerkt bleiben, was zu einer erheblichen hämodynamischen Instabilität führen kann. Die klinische Relevanz liegt in der potenziell lebensbedrohlichen Blutung sowie in den möglichen Komplikationen wie Ischämie des Arms oder neurovaskuläre Läsionen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind plötzlich auftretende Schmerzen und Schwellungen im Axillargebiet, häufig begleitet von einem pulsierenden Hämatom. Bei einer signifikanten Gefäßverletzung kann ein schneller Blutdruckabfall, Tachykardie und Zeichen eines hypovolämischen Schocks beobachtet werden. Palpation kann eine verminderte oder fehlende Pulsation distal am Arm ergeben. Neurologische Ausfälle (z. B. Sensibilitätsstörungen im Bereich des Plexus brachialis) können bei begleitender Nervenbeteiligung auftreten. Der Verlauf ist häufig akut, wobei die Hämodynamik rasch deteriorieren kann, wenn keine sofortige Blutstillung erfolgt.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das traumatische Ereignis (z. B. Sturz, Verkehrsunfall, Gewalteinwirkung) und das Auftreten von Schmerzen, Schwellungen sowie Kreislaufinstabilität. Die körperliche Untersuchung beinhaltet die Inspektion des Axillargebiets, Palpation nach expandierenden Hämatomen und die Kontrolle der peripheren Pulsationen. Dopplersonographie kann eine schnelle Einschätzung des Blutflusses ermöglichen, ist jedoch bei starkem Ödem oder großen Hämatomen häufig eingeschränkt. Computertomografie (CT) mit Kontrastmittel ist das bildgebende Mittel der Wahl zur genauen Darstellung von Gefäßläsionen, Nachweis von extravasierendem Kontrast und Beurteilung begleitender Verletzungen. In ausgewählten Fällen kann eine digitale Subtraktionsangiographie (DSA) erforderlich sein, insbesondere wenn ein interventioneller Eingriff geplant ist.

Differenzialdiagnosen

  • Verletzung der A. subclavia: liegt proximaler an; häufig mit Schlüsselbeinfraktur assoziiert.
  • Axillärer Venenthrombose: führt zu Schwellung und Schmerzen, jedoch ohne pulsierendes Hämatom oder akuten Blutverlust.
  • Weichteilverletzungen (z. B. Muskelruptur): können ebenfalls Schwellungen verursachen, jedoch fehlt die hämodynamische Instabilität.
  • Kompartmentsyndrom des Arms: präsentiert sich mit zunehmender Druckempfindlichkeit und motorischen Ausfällen, jedoch ohne primäre Gefäßblutung.

Therapie

Bei bestätigter oder stark verdächtiger Verletzung der A. axillaris ist eine sofortige hämodynamische Stabilisierung oberstes Ziel (Volumenersatz, Bluttransfusionen nach Bedarf). Die definitive Blutstillung erfolgt in der Regel operativ. In ausgewählten Fällen kann ein temporärer ballonkatheterbasierter Gefäßverschluss eingesetzt werden, um die Blutung zu kontrollieren und das operative Feld zu sichern – ein Ansatz, der in einzelnen Fallberichten beschrieben wurde. Der chirurgische Zugang erfolgt meist über einen infraklavikulären oder axillären Schnitt, wobei eine direkte Ligatur, Patch-Plastik oder endovaskuläre Stent-Implantation je nach Läsionsart gewählt wird. Postoperativ ist die engmaschige Überwachung des Gefäßstatus und der peripheren Durchblutung erforderlich.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.