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Verletzung der langen Daumenbeugemuskeln und -sehnen (S66.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 2
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Verletzung der langen Beugemuskeln und -sehnen des Daumens im Bereich des Handgelenks und der Hand umfasst sowohl muskuläre als auch tendinöse Strukturen, die für die Greiffunktion essenziell sind. Solche Läsionen entstehen häufig durch direkte Traumata oder indirekte Zugkräfte, etwa bei Stürzen auf die ausgestreckte Hand oder bei sportlichen Überlastungen. Epidemiologisch finden sich diese Verletzungen überwiegend bei erwachsenen Patienten nach akuten Unfällen; eine systematische Erfassung in deutschen Registerdaten liegt jedoch nicht vor.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind Schmerzen im thenaren Bereich, insbesondere beim Versuch, den Daumen zu beugen oder zu oppositionieren. Palpatorische Druckempfindlichkeit entlang des Flexor pollicis longus (FPL) und mögliche Fehlstellung des Daumens können beobachtet werden. In akuten Fällen kann ein sichtbarer Knick der Sehne auftreten, begleitet von einer Schwäche beim Greifen. Der Verlauf ist häufig durch zunehmende Funktionsbeeinträchtigung gekennzeichnet, wenn keine adäquate Therapie eingeleitet wird.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den Unfallmechanismus, das Auftreten von Schmerzen bei Daumenbewegungen und mögliche Vorbelastungen. Klinisch wird die aktive und passive Bewegungsamplitude des Daumens geprüft; ein Defizit der Flexion im Interphalangealgelenk weist auf eine FPL-Schädigung hin. Bildgebende Verfahren umfassen zunächst konventionelles Röntgen, um knöcherne Beteiligungen auszuschließen. Bei Verdacht auf Sehnenruptur oder -avulsion wird eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung empfohlen; Magnetresonanztomographie kann bei komplexen Läsionen zur Detaildarstellung der Weichteile beitragen. Die Diagnose stützt sich auf das Zusammenspiel von klinischem Befund und bildgebender Bestätigung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Tendinitis des Flexor pollicis longus, gekennzeichnet durch schmerzhafte Bewegung ohne strukturellen Defekt.
  • Tenosynovitis, insbesondere bei rheumatischen Erkrankungen, die eine entzündliche Flüssigkeitsansammlung zeigen.
  • Frakturen des proximalen Phalanges oder der Metakarpalknochen, die im Röntgen sichtbar sind.
  • Luxation des Daumeninterphalangealgelenks, erkennbar durch Fehlstellung und Instabilität.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie beginnt mit einer initialen Ruhigstellung mittels Schiene oder Gips, um die Sehne zu entlasten. Analgetische Maßnahmen werden nach Bedarf eingesetzt; entzündungshemmende Optionen können ergänzend verwendet werden. Bei vollständiger Ruptur ist eine operative Rekonstruktion indiziert, wobei Techniken wie Tenodesis oder Tendinotransplantation zum Einsatz kommen. Postoperativ folgt ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm mit physikalischer Therapie zur Wiederherstellung der Daumenfunktion und Kraft. Die Entscheidung für konservative versus chirurgische Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Sehnenverletzung, dem funktionellen Bedarf des Patienten und dem Vorhandensein von Begleitverletzungen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Informationen vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.