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Verletzung des N. ulnaris im Oberarm – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard (S44.0)
Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Eine Verletzung des Nervus ulnaris im Bereich des Oberarms ist selten, tritt jedoch häufig im Kontext komplexer Läsionen des Plexus brachialis auf, insbesondere bei C5‑C7‑Verletzungen. Klinisch relevant ist die potenzielle motorische und sensible Ausfallerscheinung im distal liegenden Unterarm und der Hand, was zu signifikanter Funktionsbeeinträchtigung führen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind ein sensibler Defekt im ulnaren Dermatomer (kleiner Finger, ulnarer Teil des Ringfingers) sowie eine Schwäche oder Lähmung der intrinsischen Handmuskulatur, insbesondere der Interphalangealmuskeln und der Adduktoren. Bei proximalen Läsionen kann zusätzlich ein Verlust der Flexion im Ellenbogen auftreten, wenn motorische Fasern zum Trizeps betroffen sind. Der Verlauf ist häufig schleichend, wobei initiale Schmerzen und Parästhesien von einer fortschreitenden Muskelschwäche gefolgt werden.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf das Trauma, die zeitliche Entwicklung der Symptome und mögliche Begleitverletzungen des Plexus. Klinisch wird die Sensibilität im ulnaren Dermatomer sowie die Kraft der Hand‑ und Unterarmmuskulatur geprüft (z. B. Pinzettentest, Greifkraft). Bildgebende Verfahren wie hochauflösender Ultraschall ermöglichen die Darstellung von Nervenstauungen, Neuromen oder Kompressionsstellen am Oberarm. Ergänzend kann eine Magnetresonanztomographie des Plexus zur Beurteilung von Läsionsgrad und Begleitstrukturen eingesetzt werden. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinische Befunde mit bildgebenden Korrelaten einer Läsion des N. ulnaris im proximalen Verlauf übereinstimmen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Isolierte Kubitaltunnel‑Syndrom (distale Kompression) – meist reine distale Befunde ohne proximalen Muskelverlust.
- Läsion des N. medianus – andere Sensibilitätsverteilung und motorische Defizite.
- Plexus‑Läsion auf Höhe von C8/T1 – ähnliche Symptome, jedoch häufig mit Beteiligung weiterer Nerven.
- Muskuläre oder Sehnenverletzungen im Unterarm – keine klare nervale Ausfallmuster.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und dem Zeitpunkt der Vorstellung. Bei akuten, transektionierten Läsionen wird eine chirurgische Rekonstruktion empfohlen, wobei Techniken wie die Transplantation eines Nervenfaszikels aus dem N. ulnaris zu den hinteren Oberarmmuskeln beschrieben wurden. Für chronisch vernarbte oder nicht reparierbare Defekte kann ein superchargiertes End‑to‑Side‑Transfer vom Nervus interosseus anterior zum N. ulnaris erwogen werden, um motorische Funktionen wiederherzustellen. Nicht‑operative Maßnahmen umfassen physikalische Therapie zur Aufrechterhaltung der Gelenkbeweglichkeit und Muskelkraft sowie Schmerzmanagement.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor. Hier würden die benachbarten ICD‑10‑Codes im selben Kapitel aufgeführt werden.
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