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Vermeidend-restriktive Essstörung (ICD‑10 F50.82) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard Stufe 2

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 4

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die vermeidend-restriktive Ernährungsstörung (Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder, ARFID) ist gekennzeichnet durch ein anhaltendes Muster von Nahrungsaufnahmevermeidung oder -einschränkung, das zu signifikanten gesundheitlichen Konsequenzen führt. Epidemiologische Daten aus jüngeren Studien zeigen, dass ARFID vor allem im Jugendalter auftritt und häufig mit familiären Funktionsstörungen assoziiert ist. Die Störung verursacht nicht nur körperliche Unterernährung, sondern beeinträchtigt auch die psychosoziale Entwicklung und das schulische bzw. berufliche Funktionieren.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen ein starkes Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel aufgrund sensorischer Eigenschaften (z. B. Geruch, Textur), Angst vor negativen Konsequenzen beim Essen (Erstickungs- oder Erbrechenserwartung) sowie mangelndes Interesse am Essen trotz fehlender Körperbildstörung. Betroffene zeigen häufig ein begrenztes Nahrungsrepertoire, Gewichtsverlust oder -verzögerungen im Wachstum und können erhebliche Mahlzeiten‑Verweigerungen aufweisen. Der Verlauf ist meist chronisch; ohne gezielte Intervention kann sich die Unterernährung verschlimmern und sekundäre Komplikationen (z. B. Mikronährstoffdefizite) hervorrufen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf das Essverhalten, Auslöser für Nahrungsaversion sowie familiäre und psychosoziale Kontextfaktoren. Klinische Untersuchung beinhaltet Messung von Gewicht, Größe, BMI und körperlichen Befunden einer möglichen Mangelernährung. Laboruntersuchungen dienen der Identifikation von Defiziten (z. B. Eisen, Vitamin‑D) und dem Ausschluss organischer Ursachen. Bildgebende Verfahren werden eingesetzt, wenn gastrointestinale Erkrankungen vermutet werden. Die Diagnose stützt sich auf etablierte Kriterien, die ein anhaltendes Vermeidungsverhalten, signifikante gesundheitliche Beeinträchtigung und das Fehlen einer primären Essstörung mit Körperbildfokus voraussetzen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Anorexia nervosa: charakterisiert durch starkes Gewichtsdruckmotiv und gestörtes Körperbild, was bei ARFID fehlt.
  • Bulimia nervosa: Vorhandensein von Binge‑Eating und kompensatorischem Verhalten, das bei ARFID nicht auftritt.
  • Gastrointestinale Erkrankungen (z. B. Zöliakie, entzündliche Darmerkrankungen): können Nahrungsaversion sekundär hervorrufen; hier liegt eine organische Ursache vor.
  • Entwicklungsbedingte Fütterstörungen im Säuglings‑ und Kleinkindalter: unterscheiden sich durch das Fehlen eines anhaltenden Vermeidungsverhaltens über die Pubertät hinaus.

Therapie

Leitliniengerechte Therapie von ARFID kombiniert verhaltenstherapeutische Interventionen mit ernährungsmedizinischer Unterstützung. Die kognitive Verhaltenstherapie fokussiert auf Exposition gegenüber vermeintlich aversiven Lebensmitteln, Angstbewältigung und Aufbau eines ausgewogenen Speiseplans. Ernährungsberatung zielt darauf ab, den Nährstoffbedarf zu decken und ein gesundes Essverhalten zu etablieren. In Fällen mit ausgeprägter Unterernährung kann eine engmaschige medizinische Überwachung notwendig sein; hier wird häufig auf interdisziplinäre Teams zurückgegriffen. Psychopharmakologische Maßnahmen werden nur eingesetzt, wenn komorbide Angst- oder Zwangsstörungen vorliegen und die psychotherapeutischen Ansätze allein nicht ausreichen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.