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Akute virale Otitis media (H65.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
  • Leitlinie oder Konsensus: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-017175

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Akute virale Otitis media (AOM) ist eine Entzündung des Mittelohrs, die primär durch respiratorische Viren ausgelöst wird. Sie tritt vor allem im Kindesalter auf, wobei saisonale Peaks mit den hohen Inzidenzen von oberen Atemwegsinfektionen korrelieren. Die klinische Relevanz liegt in der potenziellen Progression zu bakterieller Superinfektion und Komplikationen wie Mastoiditis oder Hörverlust.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch sind plötzlich einsetzende Ohrenschmerzen, häufig begleitet von Fieber und einer verminderten Hörfähigkeit auf dem betroffenen Ohr. Bei der otoskopischen Untersuchung zeigt sich ein gerötetes Trommelfell mit möglicher Trübung, jedoch ohne klare Anzeichen einer bakteriellen Exsudation (z. B. Eiter). Der Verlauf ist meist innerhalb von wenigen Tagen bis zu einer Woche selbstlimitierend, wobei die Schmerzintensität rasch abnimmt.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf einer gründlichen Anamnese (vorherige virale Infektionen der oberen Atemwege, Impfstatus) und klinischen Befunden. Otoskopie ist das zentrale Untersuchungsinstrument; ein gerötetes, leicht konvexes Trommelfell ohne klaren Ausfluss spricht für eine virale Ätiologie. Laboruntersuchungen (z. B. CRP, Leukozytenzahl) können zur Differenzierung von bakteriellen Formen herangezogen werden, sind jedoch bei rein viraler AOM meist unauffällig. Bildgebende Verfahren finden nur bei Verdacht auf Komplikationen Anwendung.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen die bakterielle akute Otitis media (typisch mit eitrigem Ausfluss und erhöhten Entzündungsparametern), seröse Otitis media, Mastoiditis sowie äußere Ohrentzündungen. Die Unterscheidung beruht vor allem auf dem Befund des Trommelfells, dem Vorhandensein von Exsudat und systemischen Zeichen einer bakteriellen Infektion.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie bei viraler AOM besteht primär aus symptomatischer Behandlung. Analgetika und Antipyretika werden eingesetzt, um Schmerzen und Fieber zu kontrollieren. Antibiotische Therapie wird nur dann indiziert, wenn klinische Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion vorliegen oder Risikofaktoren (z. B. sehr junges Alter, schwere Grunderkrankungen) bestehen. Bei fehlender Evidenz für eine bakterielle Komponente ist ein Beobachtungsansatz mit engmaschiger Kontrolle empfehlenswert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.