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Vitamin K
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Vitamin K umfasst die fettlöslichen Vitamine K1 (Phyllochinon) und K2 (Menachinon). Es wird primär über grüne Blattgemüse, pflanzliche Öle sowie fermentierte Lebensmittel zugeführt und ist essenziell für die γ‑Carboxylierung von Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X. Klinisch relevant ist das Vitamin K vor allem im Kontext der Blutgerinnung, der Knochenmatrixbildung und potenzieller kardiovaskulärer Effekte.
Physiologie & Grundlagen
Der Stoffwechsel von Vitamin K erfolgt über die Aufnahme im Dünndarm, Bindung an Chylomikronen und Transport zu Leber und peripheren Geweben. Der tägliche Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt bei 70 µg für Erwachsene; für Neugeborene wird eine prophylaktische Dosis von 1 mg oral oder intramuskulär empfohlen, um die physiologische Defizienz nach der Geburt zu verhindern. Ein Mangel kann zu prolongierter Prothrombinzeit und schweren Blutungen führen, während ein Überschuss selten ist, da überschüssiges Vitamin K über die Galle ausgeschieden wird.
Evidenzlage
Randomisierte kontrollierte Studien (RCT) zur prophylaktischen Gabe von Vitamin K bei Neugeborenen zeigen eine signifikante Reduktion von intrakraniellen Blutungen im Vergleich zu Placebo. Beobachtungsstudien verknüpfen niedrige Vitamin‑K-Statuswerte mit erhöhtem Risiko für Osteoporose, jedoch fehlt bislang ein RCT‑Nachweis einer kausalen Wirkung auf die Knochendichte. In Bezug auf kardiovaskuläre Endpunkte gibt es nur assoziative Daten aus Kohorten, die eine mögliche Reduktion von Arterienverkalkung bei höherer Vitamin‑K2-Aufnahme suggerieren; diese Evidenz ist als schwach zu bewerten.
Anwendung & Empfehlungen
Die DGE empfiehlt für gesunde Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 70 µg Vitamin K1, vorzugsweise über grüne Blattgemüse (z. B. Spinat, Grünkohl). Für Neugeborene wird laut WHO‑ und EFSA‑Leitlinien eine Einzeldosis von 1 mg Vitamin K1 oral oder intramuskulär innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt empfohlen, um das Risiko einer Vitamin‑K-Defizienzblutung zu minimieren. Bei Patienten unter Langzeitantibiotika (z. B. Cefazolin) sollte die Vitamin‑K-Versorgung überwacht werden, da ein Defizit zu schwerer Hypoprothrombinämie führen kann.
Risiken & Wechselwirkungen
Eine Überdosierung von Vitamin K ist selten, jedoch können sehr hohe Dosen (>10 mg/Tag) das Risiko einer Hyperkoagulabilität bei Patienten mit Thrombophilie erhöhen. Vitamin K antagonisiert die Wirkung von Warfarin und anderen Vitamin‑K-Antagonisten; eine klinisch relevante Wechselwirkung erfordert eine Anpassung der Antikoagulationsdosis bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin‑K-reichen Nahrungsmitteln oder Supplementen. Bei Patienten mit Leberzirrhose kann ein eingeschränkter Stoffwechsel zu einer veränderten Vitamin‑K-Bioverfügbarkeit führen.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Schwangere Frauen zeigen einen erhöhten Bedarf an Vitamin K, insbesondere im dritten Trimester, um sowohl das mütterliche als auch das fetale Gerinnungssystem zu unterstützen. Aktuelle Fallberichte beschreiben schwere intrakranielle Blutungen bei Neugeborenen ohne prophylaktische Vitamin‑K-Gabe, was die Notwendigkeit einer universellen Prophylaxe unterstreicht. In der Sportmedizin wird diskutiert, ob eine höhere Zufuhr von Vitamin K2 die Knochenmineraldichte bei Hochleistungssportlern positiv beeinflusst; hierzu liegen jedoch bislang nur kleine Interventionsstudien vor, deren Ergebnisse nicht ausreichend robust sind.
Verwandte Codes
ICD‑10-Codes für Vitamin‑K-assoziierte Störungen (z. B. D68.3 – Erworbenes Gerinnungsdefekt‑Syndrom) werden hier aufgeführt.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.