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Abruptio placentae – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard (Stufe 2)
Stärkste Quellenart: Fachartikel ohne Angabe des Studientyps
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In diesem Artikel
Übersicht
Die vorzeitige Plazentalösung, auch Abruptio placentae genannt, bezeichnet das spontane Ablösen der mütterlichen Plazenta vom Uterus vor oder während der Geburt. Sie tritt in etwa 0,5 % bis 1 % aller Schwangerschaften auf und ist eine bedeutende Ursache für maternale und perinatale Morbidität sowie Mortalität. Die Pathogenese umfasst vaskuläre Störungen, die zu einer hämorrhagischen Trennung führen, häufig im Kontext von Bluthochdruck, Trauma oder vorbestehenden Plazentaanomalien.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch ist das Auftreten plötzlich einsetzender, oft schmerzhafter Unterbauch mit einem „schwarzen“ oder bräunlichen Vaginalblutfluss. Der Blutverlust kann akut sein und zu Schockzeichen führen. In vielen Fällen wird jedoch nur ein mütterlicher Blutverlust beobachtet, während der Fetus häufig Anzeichen von Hypoxie zeigt (z. B. Bradykardie im Kardiotokogramm). Der Verlauf ist variabel: leichte Formen können sich mit konservativer Therapie stabilisieren, schwere Fälle erfordern rasches Eingreifen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich primär auf die klinische Anamnese und körperliche Untersuchung. Charakteristische Befunde sind ein plötzliches Abdomen‑Schmerzsyndrom, uterine Hypertonie und vaginale Blutungen. Die Sonographie kann indirekte Zeichen einer Plazentalösung zeigen, etwa eine heterogene Echogenität der Plazenta oder freie Flüssigkeit im Fruchtwasser. Laborparameter (z. B. Hämoglobin, Hämatokrit) dienen zur Abschätzung des Blutverlusts, jedoch gibt es keinen spezifischen Labortest für die Erkrankung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Uterusruptur: meist mit plötzlich einsetzender abdominaler Schmerzintensität und fehlendem fetalen Herzschlag; häufig nach vorherigem Kaiserschnitt.
- Plazentainsuffizienz (z. B. Präeklampsie): eher schleichende Entwicklung, weniger akuter Blutverlust.
- Vaginale Blutungen aus anderen Quellen (z. B. Cervixläsionen, Gebärmutterhalskrebs): meist nicht mit uteriner Hypertonie verbunden.
Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination von klinischem Bild, Ultraschallbefunden und Anamnese.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Gestationsalter und fetaler Vitalität. Bei stabiler Mutter und unauffälligem Fetus kann eine konservative Überwachung mit engmaschiger hämodynamischer Kontrolle erfolgen. Bei fortschreitendem Blutverlust, uteriner Hypertonie oder fetaler Dekompensation ist ein schneller Entbindungsprozess indiziert, meist durch Kaiserschnitt. Begleitend wird eine leitliniengerechte Therapie der Hypotonie bzw. des Schocks durchgeführt (Flüssigkeitsresuscitation, ggf. Bluttransfusion). Die prophylaktische Gabe von Kortikosteroiden zur Lungenreifung des Fetus ist bei Frühgeburten üblich.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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