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Vulva‑Erkrankungen (ICD‑10 D28.0): Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Vulva umfasst die äußeren Genitalien der Frau, bestehend aus Schamlippen, Klitoris, Vorhof und Vestibulum. Sie ist anatomisch komplex und spielt eine zentrale Rolle für den sexuellen Genuss sowie den Schutz des unteren Urogenitaltrakts. Epidemiologisch stehen vulvarbezogene Beschwerden häufig im Kontext des genitourinary syndrome of menopause (GSM) und von präkanzerösen Läsionen, insbesondere der HPV‑unabhängigen, p53‑wildtype Vulvar intraepithelial neoplasia (VIN). Klinisch relevant sind sowohl funktionelle Störungen wie Trockenheit und Schmerzen als auch maligne Transformationen, die eine frühzeitige Diagnose erfordern.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome vulvarer Erkrankungen umfassen Juckreiz, Brennen, Dyspareunie, lokale Schwellungen und sichtbare Läsionen (z. B. Plaques, Papeln oder ulcerative Veränderungen). Beim GSM äußert sich häufig eine atrophische Veränderung der Vulva mit Trockenheit, Rissbildung und Reizbarkeit. HPV‑unabhängige VIN präsentiert sich meist als verruköses oder akanthotisches Präkanzeroselement ohne klassische kozytäre Veränderungen. Der Verlauf kann von stabilen, asymptomatischen Läsionen bis hin zu progressiver Dysplasie reichen.

Diagnostik

Die Anamnese sollte systematisch Fragen zu Menstruationsstatus, hormoneller Therapie, Sexualverhalten, früheren HPV‑Infektionen und lokalen Symptomen enthalten. Die klinische Untersuchung umfasst eine visuelle Inspektion der gesamten Vulva, Palpation zur Beurteilung von Konsistenz und Schmerzempfindlichkeit sowie ggf. einen Vaginalspiegel für besseren Zugang. Zur Abklärung verdächtiger Läsionen ist eine gezielte Biopsie indiziert; histopathologische Kriterien unterscheiden zwischen HPV‑assoziierter VIN (high‑risk HPV, p16‑positiv) und HPV‑unabhängiger VIN (p53‑wildtype). Laboruntersuchungen können bei Verdacht auf Infektionen oder Entzündungen ergänzt werden. Bildgebende Verfahren spielen selten eine primäre Rolle, können jedoch bei ausgedehnten Tumoren zur Staging-Evaluation herangezogen werden.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:

  • Atrophische Vulvitis im Rahmen des GSM versus chronische irritative Dermatitis.
  • Lichen sclerosus und Lichen planus, die beide pruriginöse, weißlich verhornde Läsionen verursachen können.
  • Infektiöse Ursachen wie Candida‑ oder Bakterieninfektionen, die exsudativ oder erosiv auftreten.
  • HPV‑assoziierte VIN (high‑risk HPV, p16‑positiv) im Unterschied zur HPV‑unabhängigen Variante.
  • Maligne Neoplasien (Vulvakarzinom), die sich durch infiltrierende Ulzerationen und unklare Schmerzen auszeichnen.

Therapie

Die Behandlung orientiert sich an leitliniengerechten Standards, wobei das therapeutische Ziel die Symptomreduktion, Wiederherstellung der vulvaren Integrität und Prävention einer Malignisierung ist. Bei GSM wird eine lokale hormonelle oder nicht‑hormonelle Therapie empfohlen, um die Atrophie zu reversieren und die Feuchtigkeitsbalance zu verbessern. Für HPV‑unabhängige VIN stehen chirurgische Optionen (exzisionelle Verfahren) im Vordergrund; in ausgewählten Fällen kann ein konservatives Management mit topischer Immunmodulation erwogen werden, sofern dies den evidenzbasierten Empfehlungen entspricht. Begleitend wird die Verwendung von vaginalen Lubrikanten und Moisturizern als unterstützende Maßnahme zur Verbesserung des lokalen Milieus empfohlen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.