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Xeroderma pigmentosum – Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Pädiatrie)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Xeroderma pigmentosum (XP) ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die durch Defekte im nukleotidexzisionsreparatur‑System (NER) gekennzeichnet ist. Die Unfähigkeit, UV‑induzierte DNA‑Schäden effizient zu reparieren, führt zu einer stark erhöhten Sensitivität gegenüber Sonnenlicht und einem frühzeitigen Auftreten von Haut- und Augenmalignomen. Epidemiologisch ist XP eine seltene Erkrankung; die Prävalenz liegt weltweit im Bereich von 1 : 1 000 000 bis 1 : 10 000 000, wobei in einigen Bevölkerungsgruppen (z. B. bestimmte isolierte Gemeinschaften) höhere Raten beobachtet werden. Klinisch ist XP aufgrund seiner hohen Morbidität und Mortalität insbesondere im Zusammenhang mit UV‑exponierten Geweben von großer Bedeutung.
Klinisches Erscheinungsbild
Patienten mit XP zeigen bereits im frühen Kindesalter eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, die sich in akuten Hautreaktionen (Brennen, Blasenbildung) nach geringer Sonnenexposition äußert. Chronisch entsteht ein fleckiger Hyperpigmentierungs‑ und Hypopigmentierungsmuster, häufig kombiniert mit Atrophie und telangiektatischen Veränderungen. Das Auftreten von Basalzellkarzinomen, Plattenepithelkarzinomen und maligen Melanomen ist stark beschleunigt; erste Tumoren können bereits im Vorschulalter diagnostiziert werden. Zusätzlich zu den kutanen Manifestationen treten häufig okuläre Komplikationen wie Photokeratitis, Pterygien, Katarakte und Hornhautnekrose auf. Neurologische Degeneration (z. B. progressive Ataxie, sensorischer Neuropathie) tritt bei etwa einem Drittel der Patienten auf, wobei das Ausmaß je nach genetischem Subtyp variiert.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich zunächst auf eine detaillierte Anamnese mit Fokus auf UV‑Induzierbarkeit, familiäre Auftretensmuster und frühe Tumorentwicklung. Klinisch wird die Haut auf charakteristische Pigmentierungsstörungen und Tumoren untersucht; ophthalmologische Befunde ergänzen das Bild. Laborseitig erfolgt ein funktioneller Nachweis der NER-Defizienz mittels UV‑induzierter DNA‑Photolyse‑Assays in fibroblastischen Zellkulturen oder Blutlymphozyten. Genetische Testungen identifizieren Mutationen in mindestens acht bekannten XP‑Genen (XPA bis XPG, plus POLH). Die Kombination aus klinischem Bild, funktionellem Defekt und molekularem Nachweis bildet die Basis für die Diagnose gemäß internationaler Kriterien.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen andere Photodermatosen wie das Bloom‑Syndrom (ebenfalls DNA‑Reparaturdefekt, jedoch mit ausgeprägter Genominstabilität und anderen Tumormustern) sowie das Cockayne‑Syndrom (Defekte im Transkriptions‑Coupled NER, primär neurologisch ohne stark erhöhte Karkinomrate). Das basalzellige Karzinom‑Prädispositionssyndrom (BCNS) und familiäre atypische Mosaikpigmentierung können ähnliche kutane Veränderungen zeigen, unterscheiden sich jedoch durch das Fehlen einer globalen UV‑Sensitivität. Bei Verdacht auf eine immunologische Ursache sollten Lupus erythematodes oder Dermatitis herpetiformis berücksichtigt werden; diese weisen jedoch unterschiedliche serologische Marker und Histopathologie auf.
Therapie
Die Behandlung von XP ist multidisziplinär ausgerichtet. Der zentrale Pfeiler ist ein rigoroser UV‑Schutz, der sowohl physikalische (Sonnenschutzmittel, Schutzkleidung, Sonnenbrillen) als auch verhaltensbezogene Maßnahmen (Vermeidung von Sonnenexposition während der Spitzenzeiten) umfasst. Dermatologisch wird eine leitliniengerechte Therapie von präkanzerösen Läsionen und Hauttumoren durchgeführt; hierzu zählen chirurgische Exzision, Mohs‑Chemochirurgie und bei geeigneten Fällen topische oder systemische Immunmodulatoren, die jedoch nur im Rahmen etablierter Protokolle eingesetzt werden. Ophthalmologisch erfolgt ein konsequenter Schutz der Augen sowie regelmäßige Screening-Untersuchungen zur frühzeitigen Tumorerkennung. Bei neurologischer Beteiligung stehen symptomatische Maßnahmen (Physiotherapie, Schmerztherapie) im Vordergrund; es gibt bislang keine disease‑modifying Therapie für die neurodegenerative Komponente. Patienten sollten in spezialisierten Zentren mit interdisziplinärem Team betreut werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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