Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Zentrale auditive Verarbeitungsstörung (H93.25) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Zentrale auditive Verarbeitungsstörung (CAVD) bezeichnet eine Funktionsbeeinträchtigung der auditorischen Verarbeitung im zentralen Nervensystem trotz normaler peripherer Hörfunktion. Epidemiologische Daten aus deutschen Studien zeigen, dass CAVD vor allem bei Schulkindern und jungen Erwachsenen diagnostiziert wird; die Prävalenz liegt im einstelligen Prozentbereich. Klinisch relevant ist die Störung wegen ihrer Auswirkungen auf Sprachverständnis, Lernfähigkeit und soziale Teilhabe.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache in geräuschhaften Umgebungen, Probleme bei der Unterscheidung von ähnlichen Lauten, verzögerte auditorische Reaktionszeiten sowie Defizite im auditiven Gedächtnis. Betroffene berichten häufig über erhöhte Anfälligkeit für akustische Überlastung und können gleichzeitig Hyperakusis zeigen. Der Verlauf ist meist chronisch; bei Kindern kann sich die Störung mit zunehmendem Alter teilweise kompensieren, während sie bei Erwachsenen oft persistiert.

Diagnostik

Die Diagnose basiert auf einer strukturierten Anamnese, in der insbesondere das Vorhandensein normaler audiometrischer Schwellenwerte und das Auftreten spezifischer Verarbeitungsdefizite erfragt wird. Standardisierte Testbatterien zur Messung von Klanglokalisation, Dichotischer Hörverstehenstest, zeitlicher Auflösung (z. B. Gap‑Detection) und auditorischem Gedächtnis werden eingesetzt. Bildgebende Verfahren wie funktionelle Magnetresonanztomographie können ergänzend Hinweise auf zentrale Verarbeitungspfade liefern, sind jedoch nicht zwingend erforderlich. Diagnosekriterien verlangen das Vorhandensein von mindestens zwei objektiv belegten Defiziten bei normaler peripherer Hörschwelle.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen periphere Schwerhörigkeit, zentrale Läsionen des auditorischen Pfades (z. B. Tumoren, Schlaganfälle), Autismus‑Spektrum-Störungen mit auditiven Auffälligkeiten sowie psychische Störungen wie Angst- oder Depressionssyndrome, die das Hörverhalten beeinflussen können. Im Gegensatz zur peripheren Schwerhörigkeit zeigen Patienten mit CAVD normale reine Ton‑Audiogramme. Hyperakusis kann als Begleiterscheinung auftreten, muss jedoch separat beurteilt werden.

Therapie

Empfohlen wird eine leitliniengerechte multimodale Therapie, die auditive Trainingsprogramme, kognitive Verhaltensinterventionen und ggf. Hörgeräte mit speziellem Signalverarbeitungsmodus kombiniert. Auditive Rehabilitation fokussiert auf das Training von Sprachverständnis in Hintergrundgeräuschen und die Verbesserung der zeitlichen Auflösung. Bei gleichzeitiger Hyperakusis können desensibilisierende Klangtherapien integriert werden. Die Therapie wird individuell an das Ausmaß der Defizite und das Alter des Patienten angepasst.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.