Wissensartikel · DE
Zentrale Trommelfellperforation (H72.0) – Diagnostik, Differenzialdiagnose & Therapie-Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 2
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 3
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Eine zentrale Perforation des Trommelfells bezeichnet ein rundum begrenztes Loch im mittleren Drittel der Membran, das häufig durch traumatische oder infektiöse Ursachen entsteht. Die Prävalenz liegt in der Allgemeinbevölkerung bei mehreren Prozent und ist insbesondere bei Patienten mit wiederholten Ohrinfektionen oder akustischen Traumata erhöht. Klinisch relevant ist die potenzielle Beeinträchtigung des Hörvermögens, das Risiko für chronische Otitis media sowie die Möglichkeit einer Ausbreitung von Infektionen ins Mittelohr.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer zentralen Perforation sind ein plötzliches Auftreten von Ohrgeräuschen (Tinnitus), ein dumpfes Hörvermögen und gelegentlich Schmerzen, wenn das perforierte Trommelfell mit äußeren Substanzen in Kontakt kommt. Bei der otoskopischen Untersuchung zeigt sich ein klares, runder Defekt im mittleren Drittel der Membran ohne Beteiligung des Randes. Der Verlauf ist häufig akut nach einem Ereignis, kann jedoch zu einer chronischen Perforation führen, wenn die Heilung nicht spontan erfolgt.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf traumatische Ereignisse (z. B. Fremdkörper, Druckschwankungen) sowie vorherige Ohrinfektionen. Die klinische Untersuchung umfasst eine otoskopische Inspektion, bei der die Größe und Lage des Defekts beurteilt werden. Ergänzend kann ein Tympanogramm zur Bewertung der Membranfunktion herangezogen werden. Bildgebende Verfahren sind selten notwendig, können jedoch bei Verdacht auf komplizierte Begleitpathologien (z. B. Mastoiditis) eingesetzt werden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Randperforation: Defekt am äußeren Rand des Trommelfells, häufig mit schlechterer Heilungsprognose.
- Tympanische Membranruptur durch Barotrauma: Oft assoziiert mit schnellen Druckänderungen und kann multiple kleine Risse zeigen.
- Chronische Otitis media mit Cholesteatom: Charakterisiert durch erosive Veränderungen im Mittelohr, nicht nur einen reinen Defekt.
- Mittelohrentzündung ohne Perforation: Entzündungszeichen ohne sichtbaren Durchbruch der Membran.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie einer zentralen Perforation richtet sich nach Größe, Dauer und Begleitumständen. In den meisten Fällen wird zunächst eine konservative Beobachtung empfohlen, da spontane Heilung innerhalb von wenigen Wochen möglich ist. Bei fehlender Heilung oder größerem Defekt kann ein papierbasiertes Patch-Verfahren im Praxissetting eingesetzt werden, das die Membranphysiologie unterstützt und die Heilungsrate verbessert. Ergänzend können bei entzündlichen Begleitbildern antibiotische Ohrentropfen verwendet werden, um sekundäre Infektionen zu verhindern.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.