Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Zygomykose – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Fallbericht oder Meinungsbeitrag
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-042149HOS-048791

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Zygomykose bezeichnet Infektionen mit Pilzen der Ordnung Mucorales, die sich durch rasches Gewebeinfiltrationsvermögen auszeichnen. In Deutschland sind rhinokerebrale Verläufe besonders relevant, da sie zu einer hohen Morbidität führen. Die Erkrankung ist selten, tritt jedoch vermehrt bei Patienten mit schwerer Immunsuppression, diabetischer Ketoazidose oder hämatologischen Malignitäten auf.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für die rhinokerebrale Zygomykose sind plötzlich auftretende, schmerzlose perinasale Nekrosen, die sich rasch zu ausgeprägten Gewebszerstörungen ausbreiten. Patienten berichten häufig über Nasenbluten, Gesichtsschwellungen und ophthalmologische Symptome wie Ophthalmoplegie oder Sehverlust. Der Krankheitsverlauf ist aggressiv; innerhalb weniger Tage kann es zur Ausdehnung in die Orbita und das zentrale Nervensystem kommen, was eine fulminante rhinozerebrale Beteiligung markiert.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren wie Diabetes mellitus mit Ketoazidose, hämatologische Erkrankungen oder systemische Kortikosteroidtherapie. Klinisch‑physikalische Untersuchung zeigt nekrotisches Gewebe im Nasen- und Gesichtsbereich sowie mögliche ophthalmologische Defizite. Bildgebende Verfahren (CT, MRT) dienen der Beurteilung des Ausmaßes von Sinusinvasion und zerebraler Beteiligung. Die definitive Diagnose erfordert histopathologische Identifikation von breitkettigen, nichtseptierten Hyphen in Gewebeproben sowie kulturgestützte Isolierung des Erregers.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen invasive Aspergillose, bakterielle Sinusitis mit nekrotisierenden Komplikationen und maligne Tumoren des Nasenrachenraums. Bei invasiver Aspergillose zeigen Histologie meist septierte Hyphen und unterschiedliche Wuchsmuster, während bakterielle Prozesse häufig von eitrigen Abszessen dominiert werden. Maligne Läsionen lassen sich durch Bildgebung und Biopsie differenzieren.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie besteht aus einer Kombination chirurgischer Debridementmaßnahmen und einer antifungalen Standardtherapie, die auf ein breites Wirkspektrum gegen Mucorales abzielt. Der operative Eingriff zielt darauf ab, nekrotisches Gewebe vollständig zu entfernen, um die lokale Pilzlast zu reduzieren. Parallel wird eine medikamentöse Therapie eingeleitet, die systemisch wirksam ist und die Blut‑Hirn‑Schranke durchdringen kann, um zentrale Beteiligungen zu adressieren.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.