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Abszess (L02) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-047953HOS-025578

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Ein Abszess ist eine lokalisierte, eitrige Entzündung eines Gewebes, die durch das Eindringen von Mikroorganismen und die nachfolgende Immunantwort entsteht. Er tritt häufig im abdominalen Raum auf, insbesondere bei Komplikationen wie perityphlitischen oder spondylodiszitisbedingten Abszessen. Die Inzidenz intraabdomineller Abszesse variiert je nach zugrundeliegender Ursache, ist jedoch klinisch relevant wegen des Risikos für Sepsis und Organfunktionsstörung.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome eines abdominalen Abszesses umfassen lokalisierte Schmerzen, Schwellung und Rötung der betroffenen Region sowie systemische Zeichen wie Fieber und Tachykardie. Bei einem perityphlitischen Abszess kann ein massiver rechtsseitiger Unterbauchschmerz mit erhöhter Druckempfindlichkeit vorliegen; bei epiduralen oder spondylodiszitisassoziierten Abszessen treten häufig Rückenschmerzen, neurologische Ausfälle und Zeichen einer spinalen Kompression auf. Der Verlauf ist meist subakut bis akut, wobei sich eine initiale Entzündungsphase rasch zu einer eitrigen Sammlung entwickeln kann.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf vorangegangene Appendizitis, intraabdominelle Interventionen oder Wirbelsäuleninfektionen. Klinische Untersuchung ergänzt die Bildgebung: Ultraschall und Computertomographie (CT) sind zentrale Verfahren zur Lokalisierung und Größenerfassung des Abszesses sowie zur Beurteilung von Begleitpathologien wie Osteomyelitis bei spondylodiszitisbedingten Abszessen. Laborparameter zeigen typischerweise Leukozytose, erhöhte C‑reaktives Protein (CRP) und evtl. Blutkulturen mit Erregernachweis.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen entzündliche Tumoren wie das benigne multizystische peritoneale Mesotheliom, das radiologisch einem intraabdominellen Abszess ähneln kann, sowie andere infektiöse Prozesse wie Phlegmonen oder nekrotisierende Fasziitis. Bei Verdacht auf spondylodiszitis muss zwischen epiduralem Abszess und rein bakterieller Wirbelsäulenentzündung unterschieden werden; bildgebende Befunde und mikrobiologische Kulturen sind hier entscheidend.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie eines intraabdominellen Abszesses kombiniert chirurgische Drainage mit einer medikamentösen Standardtherapie. Bei perityphlitischem Abszess wird häufig eine notfallmäßige Appendektomie in Kombination mit einer gezielten Abszessdrainage empfohlen; alternativ kann bei stabilen Patienten ein Intervallverfahren gewählt werden, wobei die Evidenzlage unterschiedliche Vorgehensweisen unterstützt. Bei epiduralen Abszessen im Kontext von Spondylodiszitis ist eine rasche chirurgische Entlastung des Rückenmarks indiziert, gefolgt von einer antibiotischen Therapie, die an den Erreger angepasst wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.