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Adrenal Crisis (E27.2): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Leitlinie oder Konsensus
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In diesem Artikel
Übersicht
Eine adrenal crisis (auch als akuter Nebennierenversagen bezeichnet) ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch einen plötzlichen Mangel an körpereigenen Glukokortikoiden entsteht. Die Inzidenz liegt bei Patienten mit bekannter chronischer Nebenniereninsuffizienz deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung; akute Episoden treten häufig nach Stresssituationen wie Infektionen, Operationen oder abruptem Absetzen von Steroidpräparaten auf. Aufgrund der raschen Progression zu Schock, Hypotonie und potenziell tödlichen Komplikationen ist die adäquate Erkennung und sofortige Therapie von hoher klinischer Relevanz.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome einer adrenal crisis umfassen plötzlich einsetzende schwere Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schmerzen sowie generalisierte Schwäche. Häufig treten Kopfschmerzen, Schwindel und Bewusstseinsstörungen bis hin zu Krampfanfällen auf. Der Blutdruck ist meist stark reduziert (systolisch < 100 mmHg), begleitet von Tachykardie. Zusätzlich zeigen sich häufig Hyperkaliämie, Hyponatriämie und Hypoglykämie im Laborbefund. Ohne rasche Intervention kann ein distributiver Schock mit Multiorganversagen folgen.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf einer sorgfältigen Anamnese (bekannte Nebenniereninsuffizienz, abruptes Absetzen von Glukokortikoiden, kürzliche Stressoren) und klinischen Befunden. Laborchemisch zeigen sich ein niedriger Serum‑Cortisolwert (< 3 µg/dl) trotz physiologischer Belastung sowie eine erhöhte ACTH-Konzentration bei primärer Form. Elektrolytstörungen (Hyponatriämie, Hyperkaliämie) und Hypoglykämie unterstützen die Diagnose. Bildgebende Verfahren sind selten erforderlich, können jedoch zur Abklärung einer zugrundeliegenden Ursache (z. B. adrenalitis) herangezogen werden.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen septischen Schock, kardiogenen Schock, hypovolämischen Schock durch gastrointestinale Blutungen sowie schwere Hypoglykämie aus anderen Ursachen. Im Gegensatz zum septischen Schock fehlt häufig ein ausgeprägtes Entzündungsbild (z. B. erhöhte Procalcitonin). Kardiogener Schock zeigt typischerweise kardiale Dysfunktion im Echokardiogramm, während beim adrenal crisis die Herzfunktion meist erhalten bleibt. Eine Addison‑Krise muss zudem von einer sekundären Nebenniereninsuffizienz unterschieden werden, wobei das ACTH‑Profil diagnostisch hilft.
Therapie
Die sofortige, leitliniengerechte Therapie besteht aus der intravenösen Gabe eines Glukokortikoids in einer Stressdosis, gefolgt von Flüssigkeitsresuscitation mit isotonischer Kochsalzlösung. Zusätzlich wird eine rasche Korrektur von Hypoglykämie und Elektrolytstörungen angestrebt. Nach Stabilisierung erfolgt die Umstellung auf orale Substitution unter Berücksichtigung des individuellen Bedarfs. Patienten sollten nach einer akuten Episode engmaschig überwacht werden, um Rückfälle zu vermeiden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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