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Analprolaps (K62.2) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen und Therapie-Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
- Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Der Analprolaps, auch als rektaler Prolaps bezeichnet, ist ein Defekt der anorektalen Unterstützung, bei dem ein Teil des Rektums durch den Analkanal nach außen prolabiert. Er tritt überwiegend im höheren Lebensalter auf, kann jedoch in pädiatrischen Fällen vorkommen. Klinisch relevant ist die mögliche Inkarzeration, Blutungen und Beeinträchtigung der Lebensqualität.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein sichtbarer, weicher Haut- oder Schleimhautvorfall am Anus, das Gefühl eines „Fremdkörpers“ sowie gelegentlich Schmerzen, Blutungen oder Stuhlinkontinenz. Der Befund zeigt bei körperlicher Untersuchung einen prolabierten Rektalabschnitt, der sich häufig mit Druck zurückschieben lässt, jedoch in fortgeschrittenen Stadien inkarzeriert sein kann. Der Verlauf ist meist chronisch progressiv, wobei akute Inkarzerationen plötzlich auftreten können.
Diagnostik
Die Anamnese erfasst das Auftreten und die Häufigkeit des Prolaps, Begleitsymptome wie Blutungen oder Stuhlinkontinenz sowie mögliche auslösende Faktoren (z. B. chronische Verstopfung). Die körperliche Untersuchung beinhaltet eine Inspektion im Steh- und Rückenlage, Palpation zur Beurteilung der Rückziehbarkeit und ggf. digitale Rektaluntersuchung. Bildgebende Verfahren wie Endoskopie oder Röntgenkontraststudien werden eingesetzt, um Begleiterkrankungen (z. B. Polypen) auszuschließen. Die Diagnose basiert auf dem klinischen Befund eines prolabierten Rektalteils ohne alternative Erklärung.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Hämorrhoiden: primär venöse Dilatationen, meist nicht mit vollständigem Prolaps des Rektums.
- Anale Fissur: lokale Schmerzen und Blutungen ohne sichtbaren Hautvorfall.
- Rektale Polypen oder Tumoren: können einen massiven Vorfall verursachen, jedoch häufig mit anderen endoskopischen Befunden.
- Sigmoidorektale Intussuszeption: kann einem Prolaps ähneln, unterscheidet sich durch die Beteiligung des Sigmoids und erfordert bildgebende Diagnostik.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie orientiert sich am Schweregrad und dem Vorhandensein von Komplikationen. Bei leichtem, gut zurückziehbarem Prolaps wird zunächst konservativ behandelt (Ernährungsmodifikation, Stuhlregulierung). Bei symptomatischem oder inkarzeriertem Prolaps ist ein operatives Vorgehen indiziert. Standardverfahren umfassen die Thiersch‑Operation und verschiedene Formen der Mesh‑Rectopexy, wobei die aktuelle Literatur eine Diskussion über das optimale Verfahren widerspiegelt. Der chirurgische Ansatz zielt darauf ab, die anorektale Unterstützung zu stärken und den Prolaps dauerhaft zu verhindern.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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