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Rektumprolaps (K62.3): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
  • Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 1
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 2
  • Übersichtsarbeit: 2

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der Rektumprolaps beschreibt das vollständige oder teilweise Hervortreten des Rektums durch das Analkanal‑Mundstück. Er tritt überwiegend bei älteren Frauen auf, wobei die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung zwischen 0,5 % und 2 % liegt. Klinisch relevant ist er wegen möglicher Komplikationen wie Inkontinenz, Blutungen, Ischämie oder Obstruktion, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ein sichtbarer, weicher, roter Hautlappen aus dem Anus, der sich beim Stuhlgang oder bei erhöhtem intra‑abdominalen Druck (z. B. Husten) prolabiert und nach dem Entleeren wieder zurücksinkt. Patienten berichten häufig über Schmerzen, Juckreiz, Schleim- oder Blutungen sowie ein Gefühl von Unvollständigkeit beim Defäkieren. Der Verlauf ist meist chronisch mit episodischen Verschlimmerungen; unbehandelt kann es zu einer Fixierung des Prolaps und sekundären Komplikationen kommen.

Diagnostik

Die Anamnese umfasst Fragen nach Dauer, Auslösern (z. B. Verstopfung, starkes Pressen), Begleitsymptomen (Inkontinenz, Blutungen) sowie Vorerkrankungen wie Beckenbodendysfunktion oder neurologische Störungen. Die körperliche Untersuchung erfolgt im Stehen und in Rückenlage; der Prolaps wird visuell beurteilt und nach dem Zurückschieben auf Größe, Länge und Mobilität bewertet. Zusätzlich sollte eine digitale Rektaluntersuchung durchgeführt werden, um innere Läsionen auszuschließen. Bildgebende Verfahren (z. B. Endo‑anal‑Ultraschall, defäkierende Proktographie) dienen zur Differenzierung von internem versus externem Prolaps und zur Beurteilung des Beckenbodens. Laboruntersuchungen sind nur indiziert bei Verdacht auf entzündliche oder infektiöse Komplikationen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Analkanal‑Hernien (z. B. Analfissur mit sekundärem Prolaps) – meist lokalisierter Schmerz und keine vollständige Rektumprotrusion.
  • Müller‑Darm‑Prolaps – betrifft primär das Kolon, selten mit Rektalbeteiligung.
  • Hämorrhoiden – blutende, schuppige Läsionen ohne kompletten Hautlappen.
  • Polypen oder Tumoren des Rektums – feste, nicht rücksackbare Masse, häufig mit systemischen Symptomen.

Die Unterscheidung erfolgt durch klinische Inspektion, Palpation und ggf. bildgebende Diagnostik.

Therapie

Leitliniengerechte Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Patientenalter und Komorbiditäten. Bei leichtem Prolaps ohne Inkontinenz wird zunächst konservativ vorgegangen: Stuhlregulierung (Ballaststoffreiche Kost, ausreichende Flüssigkeitszufuhr), Beckenbodentraining und ggf. biofeedbackbasierte Therapie. Bei persistierenden Beschwerden oder Fortschreiten ist eine operative Intervention indiziert. Operative Optionen lassen sich in transanale Verfahren (z. B. Delorme‑Methode, Altemeier‑Rektoskopie) und abdominale Verfahren (z. B. ventrale Rectopexie, laparoscopische Resektion) unterteilen. Die Wahl des Verfahrens hängt von Patientenfaktoren (Alter, Risikoprofil), Prolapsgröße und vorhandener Inkontinenz ab. Moderne Studien betonen die Bedeutung einer individuellen Risiko‑Benefit-Abwägung sowie die postoperative Rehabilitation zur Optimierung des funktionellen Ergebnisses.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.