Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Antidiarrhoika – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-023474HOS-027680

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Antidiarrhoika sind Arzneimittel, die den Stuhlgang verlangsamen oder das Volumen des Durchfalls reduzieren. Sie werden vor allem bei akuter infektiöser Diarrhoe sowie bei chronischen diarrhoischen Syndromen eingesetzt, wenn eine symptomatische Therapie indiziert ist. Die Prävalenz von akutem Durchfall liegt weltweit bei etwa 5 % der Bevölkerung pro Jahr; chronische Formen treten insbesondere bei entzündlichen Darmerkrankungen oder funktionellen Störungen auf und stellen einen relevanten Anteil an gastroenterologischen Konsultationen dar.

Klinisches Erscheinungsbild

Typisch für eine diarrhoische Erkrankung sind häufige, wässrige Stühle, oftmals begleitet von abdominalen Krämpfen, Übelkeit und gelegentlich Fieber. Bei akuter infektiöser Diarrhoe folgt der Durchfall meist einer kurzen Inkubationszeit nach dem Erregerkontakt und dauert weniger als zwei Wochen. Chronische Diarrhoe definiert sich durch einen Stuhlgang von mehr als drei wässrigen Stühlen pro Tag über mindestens vier Wochen, häufig mit Gewichtsverlust und Elektrolytstörungen.

Diagnostik

Die diagnostische Vorgehensweise beginnt mit einer gründlichen Anamnese (Erregerexposition, Medikamentengeschichte, Reiseanamnese). Klinisch wird die Häufigkeit, Konsistenz und Farbe des Stuhls beurteilt. Körperliche Untersuchung konzentriert sich auf Zeichen von Dehydratation und abdominale Befunde. Laboruntersuchungen umfassen Stuhltests zum Nachweis von Bakterien, Viren oder Parasiten sowie Elektrolytbestimmungen. Bildgebende Verfahren sind selten erforderlich, können jedoch bei Verdacht auf strukturelle Ursachen (z. B. Tumoren) eingesetzt werden. Die Diagnose einer Diarrhoe wird gestellt, wenn die klinischen Kriterien erfüllt und andere Ursachen ausgeschlossen sind.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Infektiöse Diarrhoe (bakteriell, viral, parasitär)
  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Reizdarmsyndrom mit diarrhoischem Subtyp
  • Malabsorptionssyndrome (Laktoseintoleranz, Zöliakie)
  • Medikamenteninduzierte Diarrhoe (Antibiotika, Laxantien)

Die Unterscheidung erfolgt anhand von Anamnese, Laborbefunden (z. B. Calprotectin bei entzündlichen Erkrankungen) und ggf. endoskopischen Untersuchungen.

Therapie

Leitliniengerechte Therapie richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei unkomplizierter akuter infektiöser Diarrhoe wird primär eine symptomatische Behandlung empfohlen, wobei Antidiarrhoika nur eingesetzt werden sollten, wenn keine invasiven Erreger (z. B. Shigella, Campylobacter) vorliegen. In chronischen Fällen kann die medikamentöse Standardtherapie ein Antidiarrhoikum umfassen, um die Stuhlfrequenz zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Die Wirkprinzipien beruhen auf Reduktion der Darmmotilität, Erhöhung der Flüssigkeitsresorption oder Bindung von Toxinen im Lumen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.