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Bakterielle Vaginose (ICD‑10 N76): Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnose & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Bakterielle Vaginose (BV) ist ein häufiges mikrobiales Ungleichgewicht der Vaginalflora, das durch eine Reduktion der Lactobacillen und eine Überwucherung anaerober Bakterien gekennzeichnet ist. Die Prävalenz liegt weltweit bei etwa 10‑30 % der reproduktionsfähigen Frauen; sie ist besonders in der Altersgruppe von 20 bis 40 Jahren verbreitet. Klinisch relevant wird BV vor allem durch ihr Assoziationsrisiko für aufsteigende Infektionen, Frühgeburten und die erhöhte Anfälligkeit für sexuell übertragbare Krankheiten.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein dünner, grauweißer Ausfluss mit einem charakteristischen fischartigen Geruch, der besonders nach dem Geschlechtsverkehr verstärkt wird. Die Vaginalschleimhaut erscheint häufig gerötet, jedoch ohne ausgeprägte Entzündungszeichen wie Brennen oder Schmerzen. Der Krankheitsverlauf ist meist episodisch; viele Betroffene berichten von wiederkehrenden Symptomen, während andere asymptomatisch bleiben.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Beschwerden des Ausflusses, Geruchsentwicklung und mögliche Risikofaktoren (z. B. neue Sexualpartner, hormonelle Kontrazeption). Klinisch wird ein vaginaler Abstrich entnommen und mittels Mikroskopie nach den Nugent‑Score-Kriterien beurteilt; ein Score von 7–10 unterstützt die Diagnose BV. Zusätzlich kann der Whiff-Test (positiver Ammoniakgeruch nach Zugabe von KOH) als schneller klinischer Hinweis dienen. Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens zwei der drei Kriterien (abnormale Vaginalflora, positiver Whiff-Test, klinisches Bild) erfüllt sind.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Candida‑Vaginitis: meist dicker, weißer Ausfluss ohne fischartigen Geruch; Nachweis von Hefezellen und Hyphen im Mikroskop.
- Trichomoniasis: eitriger, gelblich-grüner Ausfluss mit starkem Geruch; mikroskopischer Nachweis von motilen Trichomonaden.
- Nicht-infektiöse Vaginitis (z. B. atrophische Vaginitis): meist trockene Schleimhaut, geringe Entzündungszeichen; hormonelle Ursachen.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer medikamentösen Behandlung, die das mikrobielle Ungleichgewicht korrigiert und die Wiederbesiedlung mit Lactobacillen begünstigt. Die Therapie wird in der Regel über mehrere Tage verabreicht und sollte bei symptomatischer BV sowie bei Schwangeren zur Prävention von Frühgeburten eingesetzt werden. Bei Rezidiven kann eine wiederholte Behandlung oder alternative Therapieansätze erwogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
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Verwandte Codes
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