Wissensartikel · DE
Benignes paroxysmales Lagerungsschwindel (BPLS) – Diagnostik‑Algorithmus & Therapie‑Standard (Epley)
Stärkste Quellenart: Sonstige Quelle
- Sonstige Quelle: 2
Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.
In diesem Artikel
Übersicht
Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) ist die häufigste periphere Ursache für akuten Schwindel und entsteht durch lose otolithische Partikel im posterioren Bogengang des Vestibularsystems. Die Prävalenz steigt mit dem Lebensalter; ein signifikanter Teil der über 60‑Jährigen erlebt mindestens einmal im Leben einen BPLS. Klinisch relevant ist die kurze, aber stark beeinträchtigende Episode von Drehschwindel, die durch schnelle Lagerungsänderungen ausgelöst wird und typischerweise innerhalb weniger Minuten abklingt.
Klinisches Erscheinungsbild
Der charakteristische Leitsymptom ist ein plötzlich auftretender, rotatorischer Schwindel, der nach einer definierten Kopfposition (z. B. Rückenlage mit gedrehtem Kopf) ausgelöst wird. Begleitend können Übelkeit und Nystagmus auftreten; letzterer ist meist konjugiert, gerichtet zur betroffenen Seite und lässt sich durch die Dix‑Hallpike‑Manöver provokativ hervorrufen. Der Schwindel klingt typischerweise nach 30 s bis wenigen Minuten ab, kann jedoch bei wiederholter Provokation erneut auftreten.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf einer gezielten Anamnese und dem klinischen Provokationsmanöver (Dix‑Hallpike). Dabei wird der Patient schnell aus sitzender Position in die Rückenlage mit überstrecktem Kopf gebracht; ein positiver Befund zeigt sich durch einen kurzen, latenten Aufschwung des Nystagmus und den typischen Drehschwindel. Labor- oder bildgebende Untersuchungen sind bei eindeutigem klinischem Bild nicht erforderlich. Die Diagnosekriterien umfassen das Vorhandensein eines charakteristischen Schwindels, ein positives Provokationsmanöver sowie das Fehlen von Hinweisen auf zentrale Ursachen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:
- Zentrales Vestibularsyndrom (z. B. cerebelläre Infarkte), gekennzeichnet durch anhaltenden Nystagmus, neurologische Ausfälle und fehlende Lagerungsabhängigkeit.
- Perilymphatischer Fistel‑ oder Labyrinthitis, die häufig mit Hörverlust und anhaltendem Schwindel einhergeht.
- Menière‑Krankheit, bei der episodischer Schwindel von Tinnitus und progressivem Hörverlust begleitet wird.
- Migränöser Schwindel, der typischerweise länger dauert und mit Kopfschmerz assoziiert ist.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht im Wiederholung des Epley‑Manövers, einem Lagerungsrepositionsverfahren, das die otolithischen Partikel zurück in das utrikuläre Labyrinth befördert. Das Manöver wird in einer Reihe von schnellen Kopf- und Körperbewegungen durchgeführt und hat sich im Kurzzeit‑Follow‑up als wirksam erwiesen. Bei erfolgreichem Abschluss des Manövers verschwinden sowohl Schwindel als auch Nystagmus typischerweise sofort oder innerhalb weniger Minuten. Wiederholte Anwendungen können bei persistierendem Befund erforderlich sein. Ergänzend wird den Patienten geraten, Kopfdrehungen in den ersten 24 h zu vermeiden und ggf. symptomatische Antiemetika zu verwenden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.