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Akute Cholangitis – Tokyo‑Klassifikation, Diagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 4
- Sonstige Quelle: 1
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In diesem Artikel
Übersicht
Akute Cholangitis ist ein plötzlich auftretendes, potenziell lebensbedrohliches Entzündungssyndrom der Gallenwege, das durch bakterielle oder cholangiose Kontamination des Gallengangs entsteht. Sie tritt vorwiegend bei Patienten mit biliärer Obstruktion auf, etwa nach Gallensteinen, Tumoren oder iatrogenen Eingriffen. Die Inzidenz steigt mit dem Alter und ist in Regionen mit hoher Prävalenz von Gallengangsstenosen besonders hoch. Klinisch ist die Erkrankung relevant, weil sie ohne rasche Therapie zu septischem Schock, Multiorganversagen und Mortalität führen kann.
Klinisches Erscheinungsbild
Das klassische Bild umfasst das Charcot‑Trias aus Fieber, rechtsseitigem Oberbauchschmerz und Ikterus. Zusätzlich können Schüttelfrost, Hypotonie, Tachykardie und ein veränderter mentaler Status auftreten, insbesondere bei fortgeschrittener Sepsis. Laborchemisch zeigen sich häufig eine Leukozytose, erhöhte C‑reaktive Proteinwerte sowie cholestatische Enzymanstiege (γ‑GT, AP) und Hyperbilirubinämie. Der Verlauf lässt sich in drei Schweregrade nach der Tokyo‑Klassifikation einteilen: Grad I (milde Form), Grad II (moderate Form mit systemischen Manifestationen) und Grad III (schwere Form mit Organversagen). Die Klassifikation berücksichtigt klinische Parameter, Laborwerte und bildgebende Befunde, um die Dringlichkeit der Intervention zu steuern.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf Risikofaktoren für biliäre Obstruktion (z. B. bekannte Gallensteine, vorherige ERCP oder chirurgische Eingriffe). Die körperliche Untersuchung bestätigt typischerweise Schmerzen im rechten Oberbauch und Ikterus. Laboruntersuchungen zeigen die bereits genannten Entzündungs- und Cholestaseparameter; ein erhöhtes Creatinin‑zu‑Albumin‑Verhältnis kann zusätzlich zur Schweregradbestimmung herangezogen werden. Bildgebend ist eine transabdominelle Ultraschalluntersuchung das primäre Screening‑Tool, um Dilatation des Gallengangs und mögliche Obstruktionsursachen zu identifizieren. Bei unklaren Befunden oder zur Therapieplanung wird häufig eine Magnetresonanzcholangiographie (MRCP) eingesetzt. Die definitive Diagnose wird gestellt, wenn klinische Zeichen, Laborparameter und bildgebende Evidenz zusammenkommen, wobei die Tokyo‑Kriterien als strukturiertes Bewertungssystem dienen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), hepatische Kolik, bakterielle Hepatitis, Sepsis aus anderen Quellen sowie nichtinfektiöse Ursachen von Ikterus wie hämolytische Anämie. Charakteristisch für die Cholangitis ist das gleichzeitige Vorliegen von systemischer Entzündungsreaktion und biliärer Obstruktion, während bei einer reinen Cholezystitis typischerweise keine ausgeprägte Cholestase zu finden ist. Bildgebende Verfahren helfen, die Lokalisation der Obstruktion zu bestimmen und andere intraabdominelle Pathologien auszuschließen.
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad gemäß Tokyo‑Klassifikation. Bei Grad I wird eine sofortige antibiotische Therapie mit breitem Spektrum begonnen, gefolgt von einer frühzeitigen biliären Drainage, sobald die klinische Stabilität erreicht ist. Bei Grad II und III erfordert die Situation eine intensivmedizinische Betreuung, rasche intravenöse Antibiotikagabe und dringende biliäre Entlastung, vorzugsweise durch endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP). Studien belegen, dass ERCP auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten wirksam und sicher durchgeführt werden kann. Die Dauer der antibiotischen Therapie wird individuell angepasst, orientiert an klinischer Besserung und Laborparameter. Bei unklarer Ätiologie oder fehlender Drainageoption können alternative Verfahren wie perkutane transhepatische Drainage oder chirurgische Intervention in Erwägung gezogen werden.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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