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Akute Cholezystitis (K81.0) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-017445HOS-002984

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Akute Cholezystitis ist eine plötzlich auftretende Entzündung der Gallenblase, meist ausgelöst durch biliäre Obstruktion, häufig einer Kalkstein‑ oder Cholesterin­gallengalle. Die Erkrankung tritt weltweit mit einer Inzidenz von etwa 10–15 % aller akuten Abdomen auf und ist besonders in den mittleren Lebensjahren verbreitet; das Risiko steigt mit dem Vorhandensein von Gallensteinen, Adipositas und Diabetes mellitus. Klinisch relevant ist die potenzielle Progression zu einer perforierten Gallenblase, peritonitischer Sepsis oder zum chronischen Gallengangszustand, wodurch eine rasche Diagnostik und Therapie erforderlich sind.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen ein plötzlich auftretendes, konstanteres Oberbauch‑ bzw. rechtsseitiges Schmerzsyndrom, das häufig in den rechten Schulterbereich ausstrahlt (positive Murphy‑Zeichen). Begleitende Symptome können Übelkeit, Erbrechen und Fieber sein; die Temperatur kann leicht bis moderat erhöht sein. Der Krankheitsverlauf lässt sich in drei Schweregrade einteilen: unkomplizierte Fälle mit lokaler Entzündung, schwere Verläufe mit systemischer Inflammation (höhere Leukozytenzahl, CRP‑Erhöhung) und kritische Zustände mit Organfunktionsstörung.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf typische biliäre Schmerzcharakteristika, bekannte Gallensteine und Risikofaktoren für eine Infektion. Klinisch ist das Murphy‑Zeichen ein sensitives Zeichen. Laborbefunde zeigen häufig Leukozytose, erhöhte C‑reaktives Protein (CRP) und ggf. transaminase‑Erhöhungen; cholestatische Marker können leicht ansteigen. Bildgebend wird primär die Sonographie eingesetzt: Sie visualisiert distale Gallenblasenwandverdickung, pericholezystische Flüssigkeit und das Vorhandensein von Steinen im cystischen Ductus. Bei unklaren Befunden kann eine Computertomografie ergänzend genutzt werden. Die diagnostischen Kriterien orientieren sich an den definierten Merkmalen für akute Cholezystitis, die sowohl klinische als auch bildgebende Parameter umfassen.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind akutes Gallenwegsinfekt (Cholangitis), biliäre Kolik ohne Entzündung, Pankreatitis, gastrointestinale Ulzera mit perforation und Appendizitis bei atypischer Schmerzlokalisation. Charakteristische Unterschiede liegen in der Schmerzcharakteristik, dem Vorhandensein von Gallengangsobstruktion, Laborwerten (z. B. stark erhöhte Amylase bei Pankreatitis) und bildgebenden Befunden (z. B. Dilatation des Ductus choledochus bei Cholangitis).

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer frühen, symptomatischen Behandlung kombiniert mit antibiotischer Abdeckung für biliäre Erreger sowie einer chirurgischen Intervention. Bei unkomplizierten Fällen wird zunächst eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmanagement durchgeführt, gefolgt von einer frühzeitigen Cholezystektomie (idealerweise innerhalb von 72 Stunden). Bei schwereren Verläufen oder kritischem Zustand ist eine initiale antibiotische Therapie indiziert, bevor ein operatives Vorgehen erfolgt. Die Wahl des chirurgischen Ansatzes richtet sich nach dem Schweregrad und dem klinischen Gesamtzustand.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.