Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Combined Immunodeficiency (D81): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-012409

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Combined Immunodeficiency (CID) bezeichnet eine Gruppe primärer Immundefekte, bei denen sowohl die humorale als auch die zelluläre Immunität beeinträchtigt sind. Die Prävalenz liegt im europäischen Kontext im niedrigen einstelligen Bereich pro 100 000 Einwohner, wobei die Erkennung häufig erst im Kindesalter erfolgt. Klinisch ist CID von hoher Relevanz, weil Betroffene ein erhöhtes Risiko für schwere, wiederkehrende Infektionen sowie für opportunistische Erreger und maligne Erkrankungen aufweisen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome umfassen wiederholte bakterielle Pneumonien, gastrointestinale Infektionen mit chronischer Diarrhö, virale Exantheme und Pilzinfektionen. Der Befund kann neben einer Lymphopenie auch eine reduzierte Immunoglobulinproduktion zeigen. Der Krankheitsverlauf ist häufig progressiv: unbehandelt führen die Immundefekte zu schweren Komplikationen bereits im frühen Kindesalter, während frühzeitige Diagnostik und Therapie das Überleben deutlich verbessern.

Diagnostik

Die Anamnese richtet sich auf wiederholte schwere Infektionen, familiäre Häufung von Immundefekten und evtl. Begleiterscheinungen wie Autoimmunität. Klinisch wird eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt, wobei Lymphknotenvergrößerungen und hepatosplenomegalie häufig zu finden sind. Laboruntersuchungen umfassen die Quantifizierung von Lymphozyten-Subpopulationen (CD3⁺, CD4⁺, CD8⁺, CD19⁺) sowie die Bestimmung der Serum‑Immunoglobuline. Die Flow‑Cytometrie spielt eine zentrale Rolle bei der Identifikation spezifischer Oberflächenmarker und funktioneller Defekte, etwa bei der Analyse des γc‑Ketten‑Signalwegs. Diagnosekriterien beruhen auf dem kombinierten Nachweis einer quantitativen Lymphopenie und einer funktionsgestörten Immunantwort.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind isolierte B‑Zell-Defekte (z. B. Agammaglobulinämie), schwere kombinierte Immundefekte mit spezifischen Genmutationen (z. B. ADA‑Mangel) und sekundäre Immunodefekte, die durch Medikamente oder maligne Erkrankungen induziert werden. Die Unterscheidung erfolgt über das Muster der Lymphozyten-Subpopulationen, die Antwort auf Impfungen sowie das Vorhandensein von nicht‑infektiösen Komplikationen wie Autoimmunität.

Therapie

Die therapeutische Grundstrategie orientiert sich an leitliniengerechten Maßnahmen und umfasst immunsuppressive Infektionen prophylaktisch zu verhindern sowie immunologische Ersatztherapien. Häufig wird eine regelmäßige intravenöse Immunglobulin‑Substitution eingesetzt, um den humoralen Defekt zu kompensieren. Für die zelluläre Komponente sind hämatopoetische Stammzelltransplantationen (HSCT) das etablierte Therapieprinzip, wobei die Auswahl des Spenders und das Conditioning-Regime individuell angepasst werden. Bei bestimmten molekularen Defekten können zielgerichtete Therapien, etwa auf den γc‑Kreislauf ausgerichtete Ansätze, eingesetzt werden, sofern sie in der jeweiligen Evidenzlage als wirksam bewertet sind.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.