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Constrictive Pericarditis – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (ICD‑10 I31.1)

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-016355

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die constrictive pericarditis (CP) ist eine seltene, aber klinisch bedeutsame Form der Perikarderkrankung, bei der die chronische Verdickung und Versteifung des Perikards zu einer restriktiven Beeinträchtigung der diastolischen Füllung des Herzens führt. Die Prävalenz liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich aller perikardialen Erkrankungen; sie tritt häufig nach wiederholten Entzündungsprozessen, Strahlentherapie oder postoperativen Komplikationen auf. Klinisch ist die CP relevant, weil sie zu einer progressiven Rechtsherzinsuffizienz führen kann und eine definitive Therapie (perikardiale Dekompensation) erfordert.

Klinisches Erscheinungsbild

Patienten mit constrictive pericarditis präsentieren sich typischerweise mit Symptomen einer rechtsventrikulären Belastung: Dyspnoe bei Belastung, Ödeme der unteren Extremitäten, hepatische Kongestion und Aszites. Das körperliche Befundbild umfasst juguläre Venenerweiterung mit prominenten „Korkenzieher“-Wellen, periphere Ödeme sowie ein reduziertes Herzgeräusch ohne typische systolische Geräusche. Der Krankheitsverlauf ist häufig schleichend; akute Dekompensationen können jedoch bei zusätzlichen Belastungen oder Infektionen auftreten.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus Anamnese, klinischem Befund und bildgebenden Verfahren. In der Anamnese sind frühere perikardiale Entzündungen, Thoraxstrahlung oder kardiale Operationen zu erfragen. Die körperliche Untersuchung bestätigt die typischen Zeichen einer Rechtsherzinsuffizienz. Laborparameter zeigen meist keine spezifischen Veränderungen, können jedoch zur Ausschlussdiagnostik dienen. Bildgebend ist das transthorakale Echokardiogramm erster Schritt; typische Befunde sind ein normaler systolischer Funktionsindex bei gleichzeitig eingeschränkter diastolischer Füllung, septale „Kissing‑Walls“ und ein erhöhtes perikardiale Echo‑Signal. Kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) liefert detaillierte Informationen zur Perikarddicke (>4 mm), zum Vorhandensein von Perikardverkalkungen und zu restriktiven Bewegungsabläufen. Computertomografie (CT) ist besonders geeignet, um Verkalkungen darzustellen. Die Diagnosekriterien umfassen die Kombination aus klinischem Bild einer rechtsventrikulären Dysfunktion, bildgebenden Nachweisen einer perikardialen Versteifung und dem Ausschluss anderer restriktiver Kardiomyopathien.

Differenzialdiagnosen

Wesentliche abzugrenzende Diagnosen sind die restriktive Kardiomyopathie, die kardiale Amyloidose sowie das kardiale Tamponade‑Syndrom. Bei der restriktiven Kardiomyopathie liegt primär ein Myokardproblem vor, während bei der CP das Perikard die Einschränkung verursacht; CMR und CT helfen, das perikardiale Versagen von myokarden Veränderungen zu unterscheiden. Die Amyloidose zeigt typischerweise diffuse myokardiale Verdickung mit charakteristischen Late‑Gadolinium‑Enhancement‑Mustern. Das Tamponade‑Syndrom unterscheidet sich durch pulsus paradoxus, klare diastolische Druckabfall und ein meist akutes klinisches Bild; die Echokardiographie zeigt ein kollabierendes rechten Vorhof‑ bzw. rechte Ventrikel‑Free‑Wall‑Signal.

Therapie

Die Behandlung der constrictive pericarditis richtet sich nach dem Ausmaß der Symptomatik und dem zugrunde liegenden Pathomechanismus. Bei symptomatischer Verengung ist die operative Perikardeckompensation (Perikardektomie) das Standardverfahren, das in spezialisierten Zentren durchgeführt wird. Die Indikation erfolgt nach sorgfältiger Risiko‑Benefit-Abwägung und bei fehlender reversibler Ursache. In frühen oder milderen Fällen kann eine konservative Therapie mit entzündungshemmenden Maßnahmen indiziert sein; jedoch fehlt ein eindeutiger Nachweis für die Wirksamkeit spezifischer medikamentöser Regime, sodass hier leitliniengerechte symptomatische Behandlung empfohlen wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.