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Perikarditis (I01.0) – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 5

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Perikarditis bezeichnet die Entzündung des Perikards, der serösen Hülle des Herzens. Sie ist eine häufige kardiovaskuläre Erkrankung und kann in akuter, subakuter oder chronischer Form auftreten. Die Inzidenz liegt im europäischen Kontext bei etwa 0,1 % der stationären Herzpatienten; sie ist jedoch wahrscheinlich unterdiagnostiziert, weil milde Verläufe oft symptomfrei bleiben. Klinisch relevant ist die potenzielle Progression zu einer restriktiven Kardiopathie oder zum kardialen Tamponade‑Syndrom, was eine rasche Diagnosestellung und Therapie erforderlich macht.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind ein plötzlich auftretender, stechender Brustschmerz, der im Liegen zunimmt und durch Vorlehnen oder Sitzen mit leicht nach vorne gebeugtem Oberkörper gelindert wird. Der Schmerz kann in den linken Schulter- bzw. Nackenbereich ausstrahlen. Bei körperlicher Untersuchung finden sich häufig ein perikardialer Reibungsgeräusch sowie eine mögliche Tachykardie. Die meisten Fälle verlaufen akut und selbstlimitierend innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen; bei unbehandelter oder rezidivierender Perikarditis kann jedoch ein chronischer Verlauf mit wiederholten Episoden entstehen.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf den charakteristischen Brustschmerz, mögliche auslösende Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder medikamentöse Nebenwirkungen. Körperliche Untersuchung bestätigt das Reibungsgeräusch und kann Zeichen einer Tamponade (z. B. pulsus paradoxus) aufzeigen. Laborchemisch sind häufig eine leichte bis moderate Erhöhung von C‑reaktivem Protein und Leukozytenzahl zu finden; spezifische serologische Marker für virale oder bakterielle Erreger werden selten routinemäßig eingesetzt. Bildgebend ist das transthorakale Echokardiogramm zentral, um einen Perikarderguss, die Dicke des Perikards sowie mögliche hämodynamische Komplikationen zu beurteilen. Ergänzend kann ein EKG mit typischer ST‑Hebung in mehreren Ableitungen und PR‑Senkung diagnostisch wertvoll sein. Die Diagnose wird gestellt, wenn klinisches Bild, Laborbefunde und bildgebende Ergebnisse konsistent sind.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Myokardinfarkt (insbesondere bei atypischer Schmerzcharakteristik), Lungenembolie, Aortendissektion sowie gastroösophageale Refluxkrankheit. Das Vorhandensein eines perikardialen Reibungsgeräuschs und die charakteristischen EKG-Veränderungen helfen, diese Zustände zu differenzieren. Bei Verdacht auf rheumatologische Begleiterkrankungen muss zudem zwischen einer primären Perikarditis und einer sekundären Manifestation im Rahmen von Systemerkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes) unterschieden werden.

Therapie

Die initiale Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad und erfolgt leitliniengerecht mit nichtsteroidalen Antirheumatika, die entzündungshemmend wirken und Schmerzen lindern. Bei fehlender Besserung oder Rezidiven wird zusätzlich ein Kolchicin‑basiertes Regime empfohlen, das die Rekurrenzen signifikant reduziert. In Fällen von therapieresistenter, wiederkehrender Perikarditis kann eine immunsuppressive Therapie mit Interleukin‑1‑Blockade erwogen werden, wobei aktuelle Fallserien einen Nutzen bei idiopathischer rezidivierender Perikarditis zeigen. Bei hämodynamisch relevanten Perikardergüssen ist ein perkutaner oder chirurgischer Drainageeingriff indiziert.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.