Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Diabetische Ketoazidose (ICD‑10 E12.1) – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

HOS-022138HOS-001377

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Diabetische Ketoazidose (DKA) ist ein akuter Stoffwechselnotfall bei Patienten mit Diabetes mellitus, gekennzeichnet durch Hyperglykämie, metabolische Azidose und Ketonkörperüberschuss. Sie tritt vorwiegend bei Typ‑1-Diabetes auf, kann jedoch auch bei Typ‑2-Diabetes unter bestimmten Stresssituationen auftreten. Die Inzidenz variiert weltweit; in Deutschland wird sie als häufige Ursache für Notaufnahmen von Diabetespatienten angegeben und trägt signifikant zur Morbidität und Mortalität bei.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer DKA umfassen polyurie, Polydipsie, abdominale Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie tiefe, schnelle Atmung (Kussmaul‑Atmung). Klinisch finden sich Dehydratation, Tachykardie und häufig ein gestörter Bewusstseinszustand bis hin zur Komaentwicklung. Der Verlauf ist charakteristisch schnell fortschreitend, wenn die zugrunde liegende Insulinmangel‑ bzw. -resistenzsituation nicht umgekehrt wird.

Diagnostik

Die Diagnose beruht auf einer Kombination aus Anamnese (bekannte Diabetesdiagnose, Ausbleiben von Insulingabe, Infektionen oder andere Stressoren), körperlicher Untersuchung (Dehydratationszeichen, Atemmuster) und laborchemischen Befunden. Zentrale Laborparameter sind: Blutglukose >250 mg/dl, arterielle pH <7,3, Serum‑Bikarbonat <18 mmol/l sowie ein Anstieg der Blutketone (β‑Hydroxybutyrat). Zusätzlich wird das Anionenintervall vergrößert. Urinuntersuchungen zeigen Glukosurie und Ketonurie.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Laktatazidose, die durch Sepsis oder Hypoperfusion ausgelöst werden kann; Unterscheidungsmerkmal ist ein erhöhter Lactatspiegel ohne ausgeprägte Ketonkörper.
  • Alkoholische Ketoazidose, häufig bei chronischem Alkoholkonsum mit niedrigerem Glukosespiegel und häufigem Vorhandensein von Metaboliten wie Ethanol.
  • Euglykämische DKA, insbesondere im Kontext von SGLT2‑Hemmer‑Therapie; hier ist die Hyperglykämie weniger ausgeprägt, jedoch bestehen die typischen Azidose‑ und Ketonkörperbefunde.

Therapie

Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus drei Säulen: Flüssigkeitsersatz, Insulintherapie und Korrektur von Elektrolytstörungen. Initial wird ein isotones Kristalloidsystem (z. B. NaCl‑Lösung) zur Volumenauffüllung verabreicht, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion von kurzwirksamem Insulin, um die Ketogenese zu hemmen und den Glukosespiegel zu senken. Gleichzeitig werden Serum‑Kaliumwerte eng überwacht; bei hypokaliämischen Werten wird Kalium vor oder gleichzeitig mit dem Beginn der Insulintherapie substituiert. Die Therapie wird solange fortgeführt, bis pH, Bikarbonat und Ketonkörper wieder im Normalbereich liegen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.