Wissensartikel · DE
Endokarditis (ICD‑10 I33): Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 2
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Infektiöse Endokarditis ist eine bakterielle oder selten fungale Entzündung des Herzinnenraums, die primär die Herzklappen betrifft. Die Erkrankung bleibt trotz moderner Therapie mit einer relevanten Morbidität und Mortalität verbunden, insbesondere bei Patienten mit vorbestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren oder implantierten Geräten. Epidemiologisch wird ein Anstieg der Fälle im Zusammenhang mit alternden Populationen und vermehrtem Einsatz von intravaskulären Kathetern beobachtet.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen Fieber, Schüttelfrost und unspezifische Allgemeinsymptome. Charakteristische kardiale Befunde sind neu auftretende oder sich verschlechternde Herzgeräusche, die auf eine Klappenbeteiligung hinweisen. Häufig treten periphere Phänomene wie Janeway-Läsionen, Osler-Knötchen und rötliche Konjunktivalblutungen (Rothflecken) auf. Der klinische Verlauf kann akut mit rascher Verschlechterung oder subakut über mehrere Wochen verlaufend sein.
Diagnostik
Die Anamnese sollte insbesondere vorangegangene invasive Eingriffe, zahnärztliche Behandlungen und Vorhandensein von Herzprothesen erfassen. Klinisch wird die körperliche Untersuchung durch das Auffinden neuer Herzgeräusche ergänzt. Laborchemisch zeigen sich häufig persistierende Entzündungsparameter (Erhöhung von C‑reaktivem Protein und Leukozyten). Die Bildgebung mittels transösophagealer Echokardiographie ist der Goldstandard zur Darstellung vegetativer Läsionen, insbesondere bei prosthetischen Klappen. Blutkulturen sollten mehrfach vor Beginn einer antimikrobiellen Therapie entnommen werden, um den Erreger zu identifizieren und die Empfindlichkeit zu bestimmen. Diagnosekriterien orientieren sich an etablierten klinisch‑laborchemischen Kombinationen aus Anamnese, Befunden und mikrobiologischen Ergebnissen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen rheumatisches Fieber, nichtinfektiöse Klappeninsuffizienz, kardiale Tumoren (z. B. Myxome) sowie thrombotische Endocarditis bei Vorhofflimmern. Rheumatoide Erkrankungen können ähnliche periphere Manifestationen zeigen, unterscheiden sich jedoch durch fehlende Blutkulturnachweise und andere serologische Marker. Nichtinfektiöse Klappeninsuffizienz lässt sich meist ohne vegetative Befunde in der Echokardiographie abgrenzen.
Therapie
Die Behandlung folgt einem leitliniengerechten Ansatz mit einer initialen intravenösen Kombinationstherapie, die sowohl grampositive Kokken als auch mögliche gramnegative Erreger abdeckt. Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem betroffenen Klappentyp (natürliche versus prosthetische) und dem Erregerspektrum. Bei fehlender klinischer Besserung oder Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Embolisationen oder persistierenden vegetativen Läsionen ist ein chirurgischer Eingriff indiziert. Die Therapie wird durch engmaschige Kontrollen der Entzündungsparameter und wiederholte Echokardiographien begleitet.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.