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Essstörungen: Diagnostik‑Algorithmus, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Systematische Übersicht oder Metaanalyse
- Systematische Übersicht oder Metaanalyse: 2
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Essstörungen umfassen ein heterogenes Spektrum von Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen im Zusammenhang mit Nahrungsaufnahme, Körpergewicht und -bild. Sie gehören zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Erwachsenenalter und weisen eine signifikante Morbidität sowie Mortalität auf. Die Prävalenz variiert je nach Subtyp; Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge‑Eating‑Störung stellen die klinisch dominierenden Formen dar. Epidemiologische Daten zeigen, dass Essstörungen nicht nur junge Frauen betreffen, sondern auch Männer und ältere Menschen signifikant involviert sind. Die Erkrankungen gehen häufig mit Komorbiditäten wie Depressionen, Angststörungen und Substanzmissbrauch einher, was ihre klinische Relevanz weiter erhöht.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome umfassen restriktives Essverhalten, übermäßige Sorge um das Körpergewicht bzw. die Figur sowie gestörte Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers. Bei Anorexia nervosa dominieren starkes Untergewicht, Angst vor Gewichtszunahme und ein verzerrtes Körperbild; Bulimia nervosa ist gekennzeichnet durch wiederholte Episoden von Essanfällen mit anschließenden kompensatorischen Verhaltensweisen (z. B. Erbrechen, Missbrauch von Diuretika). Die Binge‑Eating‑Störung manifestiert sich durch wiederkehrende Essanfälle ohne konsequente Kompensation und führt häufig zu Übergewicht. Der Krankheitsverlauf ist häufig kronisch mit Phasen von Remission und Rückfällen; schwere körperliche Komplikationen (Elektrolytstörungen, kardiale Arrhythmien, osteopenische Veränderungen) können akut lebensbedrohlich sein.
Diagnostik
Die Anamnese richtet sich auf das Essverhalten, die Einstellung zum Körpergewicht sowie mögliche Trigger‑ und Aufrechterhaltungsfaktoren. Standardisierte Interviews (z. B. EDE‑Q) werden zur strukturierten Erhebung eingesetzt. Die körperliche Untersuchung prüft Vitalparameter, Gewichtsverlauf, Haut- und Schleimhautbefunde sowie kardiale und gastrointestinale Komplikationen. Laboruntersuchungen umfassen Elektrolytstatus, Schilddrüsenfunktion, Hormonprofile (z. B. Östrogen, Testosteron) und ggf. Knochenstoffwechselparameter. Die Diagnose wird anhand etablierter Kriterien gestellt, die sich an den diagnostischen Leitlinien orientieren und klinische sowie psychometrische Schwellenwerte berücksichtigen.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind:
- Chronische gastrointestinale Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn) mit Gewichtsverlust,
- Endokrine Störungen (Hyperthyreose, Diabetes mellitus) die Appetitveränderungen bewirken,
- Psychiatrische Komorbiditäten wie Major Depression oder Zwangsstörung, die ähnliche Verhaltensmuster zeigen können,
- Somatoforme Störungen mit körperfokussierten Beschwerden ohne organische Basis.
Die Unterscheidung erfolgt durch gezielte Befragung, körperliche Untersuchung und spezifische Laborparameter.
Therapie
Leitliniengerechte Behandlung kombiniert psychotherapeutische, ernährungsmedizinische und, falls indiziert, medikamentöse Komponenten. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) stellt das primäre Verfahren für Bulimia nervosa und Binge‑Eating‑Störung dar; bei Anorexia nervosa wird häufig eine spezialisierte Familientherapie oder ein multimodales Behandlungsprogramm empfohlen. Ernährungsberatung fokussiert auf die Wiederherstellung eines gesunden Gewichts, Normalisierung des Essverhaltens und Aufklärung über Nährstoffbedarf. In schweren Fällen kann eine stationäre Therapie mit engmaschiger medizinischer Überwachung erforderlich sein. Medikamentöse Standardtherapie wird bei Bulimia nervosa und Binge‑Eating‑Störung eingesetzt; sie umfasst pharmakologische Optionen, die auf die Reduktion von Essanfällen abzielen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
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