Zum Inhalt

HealthOSArtikel A–Z

Arbeitsbereiche

Nachschlagen

Wissensartikel · DE

Haematomyelia (G95.1) – Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 3

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Die Haematomyelia bezeichnet eine intramedulläre Blutung, die das Rückenmark direkt betrifft. Sie entsteht meist durch traumatische Verletzungen, vaskuläre Malformationen oder iatrogene Ursachen wie spinal‑kanalische Interventionen. Epidemiologisch ist sie selten und macht nur einen kleinen Teil aller myelopathischen Erkrankungen aus. Klinisch relevant ist sie wegen des potenziell raschen neurologischen Fortschreitens, das bei unzureichender Therapie zu irreversiblen Defiziten führen kann.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome einer Haematomyelia sind akute oder subakute motorische Schwäche, sensorische Ausfälle und sphärische Schmerzen im betroffenen Dermatom. Oft folgt ein initialer Schmerzschub einem Trauma, gefolgt von einer progressiven Paraparese oder Tetraparese abhängig vom Läsionsniveau. Reflexveränderungen (z. B. Hyperreflexie) können sich nach einigen Stunden bis Tagen entwickeln, ebenso wie spastische Komponenten. Der Verlauf ist häufig schnell fortschreitend, wobei die neurologischen Defizite innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ihren Höhepunkt erreichen können.

Diagnostik

Die Anamnese fokussiert auf traumatische Ereignisse, vaskuläre Risikofaktoren oder kürzlich durchgeführte spinal‑kanalische Eingriffe. Die klinische Untersuchung erfasst motorische Stärke, sensorische Schwellen und Reflexstatus. Bildgebend ist die Magnetresonanztomographie (MRT) das diagnostische Mittel der Wahl; sie zeigt ein intramedulläres, meist hyperintenses Signal im T2‑gewichteten Bild mit möglicher Masseneffekt- und Ödembildung. In akuten Phasen kann ein Gradient‑Echo‑ oder Suszeptibilitäts‑Weighted‑Imaging (SWI) die Blutungscharakteristik genauer darstellen. Laboruntersuchungen dienen primär der Ausschluss von Differenzialdiagnosen (z. B. Entzündungsmarker, Gerinnungsstatus).

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen:

  • Spinale Infarkte – zeigen meist ein diffusionseinschränkendes Muster ohne Blutungszeichen.
  • Entzündliche Myelitis – assoziiert mit erhöhten Entzündungsparametern und häufig kontralateraler Läsion im MRT.
  • Tumorbedingte intramedulläre Läsionen – können ähnliche Masseneffekte erzeugen, jedoch oft mit kontrastmittelaufnehmenden Komponenten.
  • Epidurale Hämatome – liegen extramedullär und zeigen charakteristische Lage im epiduralen Raum.

Therapie

Die leitliniengerechte Therapie richtet sich nach dem akuten neurologischen Status und der zugrundeliegenden Ätiologie. Bei hämodynamisch relevanten Läsionen wird in der Regel ein rasches chirurgisches Dekompresseur‑Verfahren empfohlen, um den Masseneffekt zu reduzieren und die Durchblutung des Rückenmarks wiederherzustellen. In nicht operierbaren Fällen oder wenn die neurologische Verschlechterung gering ist, kann eine konservative Behandlung mit engmaschiger Überwachung, Blutdruckoptimierung und ggf. kortikosteroidbasierter Entzündungsmodulation indiziert sein. Die Entscheidung für operative versus konservative Therapie sollte individuell unter Berücksichtigung von Risikofaktoren, Patientenalter und funktionellem Status getroffen werden.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.