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Hirsutismus – Diagnostik, Differenzialdiagnosen & Therapie‑Standard (L68.0)
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 1
- Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 2
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In diesem Artikel
Übersicht
Hirsutismus bezeichnet das Auftreten von männlich verteiltem Haarwuchs bei Frauen, der über die physiologische Vellus‑Behaarung hinausgeht und häufig mit einer klinisch relevanten Hyperandrogenität einhergeht. Die Prävalenz variiert stark je nach Definition und ethnischer Gruppe; in westlichen Populationen wird ein Auftreten von etwa 5–10 % angenommen. Der Zustand hat nicht nur kosmetische, sondern auch psychologische Auswirkungen und kann ein Hinweis auf zugrunde liegende endokrinologische Störungen sein.
Klinisches Erscheinungsbild
Typisch sind terminale Haare an androgenabhängigen Stellen wie Oberlippe, Kinn, Brust, Rücken und Bauch. Die Ausprägung lässt sich nach dem Ferriman‑Gallwey-Score quantifizieren, wobei ein Schwellenwert von 8 (bei kaukasischer Bevölkerung) häufig als pathologisch gilt. Der Haarwuchs entwickelt sich meist schleichend, kann jedoch im Zuge einer akuten Androgenerhöhung (z. B. bei Tumoren) rascher fortschreiten. Begleitende Befunde können Akne, Alopezie oder Menstruationsstörungen sein.
Diagnostik
Die diagnostische Abklärung umfasst eine detaillierte Anamnese (Familiengeschichte, Medikamentenanamnese, Auftreten von Metabolitenstörungen), körperliche Untersuchung inklusive quantitativer Haarbewertung und ggf. Bildgebung der Eierstöcke und Nebennieren. Laborchemisch werden Serumspiegel von Testosteron, DHEA‑Sulfat, Androstendion sowie SHBG bestimmt, um ein hormonelles Profil zu erstellen. Die Diagnose Hirsutismus wird gestellt, wenn klinische Kriterien erfüllt sind und ein hormoneller Befund eine Hyperandrogenität unterstützt oder, bei unauffälligen Laborwerten, die idiopathische Form angenommen wird.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), adrenal bedingte Hyperandrogenämien (z. B. kongenitale Nebennierenhyperplasie), androgenproduzierende Tumoren, medikamentös induzierten Hirsutismus (z. B. durch Antiandrogene) sowie seltene endokrine Störungen wie das aromatase‑Defizienzsyndrom. Die Unterscheidung erfolgt primär über hormonelle Profilierung und bildgebende Verfahren.
Therapie
Die leitliniengerechte Therapie beginnt mit einer Lebensstilintervention (Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung) bei begleitender Insulinresistenz. Medikamentös wird zunächst eine antiandrogene Standardtherapie eingesetzt, die den Haarwuchs reduziert und gleichzeitig das endokrine Gleichgewicht verbessert. Bei unzureichendem Ansprechen oder Kontraindikationen können ergänzende Verfahren wie Laser‑ bzw. Lichttherapie in Erwägung gezogen werden. Eine interdisziplinäre Betreuung unter Einbeziehung von Endokrinologie, Dermatologie und Psychosomatik wird empfohlen.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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