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Hypertrichose – Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard (Stufe 2)

Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
  • Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
  • Übersichtsarbeit: 4

Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

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In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Hypertrichose bezeichnet ein übermäßiges Wachstum von Terminal‑ und/oder Vellushaaren an Körperstellen, die physiologisch wenig behaart sind. Die Prävalenz ist schwer zu quantifizieren, da die Störung selten und häufig mit anderen dermatologischen oder endokrinologischen Erkrankungen assoziiert ist. Klinisch relevant wird Hypertrichose vor allem durch psychosoziale Belastung und mögliche Komorbiditäten, etwa hormonelle Dysregulationen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische Leitsymptome sind diffuse Haarverdichtung über den gesamten Körper oder fokal ausgeprägte Haare in Bereichen wie Gesicht, Rücken oder Extremitäten. Der Haarwuchs kann bereits im Säuglingsalter auftreten (kongenitale Formen) oder erst im Erwachsenenalter manifest werden (erworbene Hypertrichose). Die betroffenen Haare sind meist pigmentiert und besitzen eine terminale Struktur. Der Verlauf ist heterogen: Während einige Patienten über Jahre stabile Befunde zeigen, können andere ein progressives Wachstum erfahren, insbesondere bei hormonell bedingten Formen.

Diagnostik

Die Anamnese umfasst die Erhebung von familiärer Vorbelastung, Medikamentenexposition (z. B. Minoxidil, Ciclosporin), endokrinen Störungen und eventuellen Schwangerschaften. Klinisch wird das Ausmaß des Haarwuchses mithilfe standardisierter Skalen (z. B. Ferriman‑Gallwey für Gesichts‑/Körperbehaarung) dokumentiert. Laboruntersuchungen richten sich nach Verdacht auf hormonelle Ursachen: Serumtestosteron, DHEA‑S, Östrogene und Schilddrüsenparameter. Bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall des Arrector‑Musculus bei kongenitaler Hypertrichose) können strukturelle Anomalien aufdecken. Die Diagnose wird gestellt, wenn das Haarwachstum außerhalb physiologischer Normen liegt und keine andere dermatologische oder endokrine Erkrankung die Befunde besser erklärt.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen Hirsutismus (vorwiegend androgenabhängiger Haarwuchs im Gesichts‑/Körperbereich bei Frauen), Lanugo‑Persistenz, Medikamente induzierte Hypertrichose sowie seltene Syndrome wie das Ambras‑Syndrom. Der wesentliche Unterschied zu Hirsutismus liegt in der hormonellen Basis: Bei Hirsutismus sind erhöhte Androgene nachweisbar, während bei reiner Hypertrichose die Hormone meist im Normbereich liegen. Medikamenteninduzierte Formen lassen sich durch zeitlichen Zusammenhang mit dem Start eines entsprechenden Präparats differenzieren.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausmaß des Haarwuchses. Leitliniengerechte Therapie umfasst zunächst das Absetzen potenziell auslösender Medikamente sowie die Korrektur hormoneller Dysbalancen, sofern vorhanden. Lokale Maßnahmen (laserbasierte Epilation, elektrochirurgische Entfernung) werden eingesetzt, wenn ein kosmetisches Ziel besteht und keine Kontraindikationen vorliegen. Systemische Optionen können bei ausgeprägter, therapieresistenter Hypertrichose erwogen werden; hier erfolgt die Wahl des Wirkstoffs nach individueller Risiko‑Nutzen-Bewertung und unter Berücksichtigung von Nebenwirkungsprofilen.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.