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Hörsturz (Plötzlicher sensorineuraler Hörverlust) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Beobachtungs- oder Vergleichsstudie
- Beobachtungs- oder Vergleichsstudie: 1
- Übersichtsarbeit: 2
Einordnung nach dem Studientyp der zitierten Quellen laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Sie bewertet nicht, ob einzelne Aussagen des Artikels durch diese Quellen belegt sind. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.
In diesem Artikel
Übersicht
Der plötzliche Hörsturz (idiopathischer sensorineuraler Hörverlust innerhalb von 72 h) ist ein akutes otologisches Notfallphänomen, das vorwiegend im mittleren Lebensalter auftritt. Epidemiologische Angaben aus deutschen Studien zeigen eine Inzidenz von etwa 5–10 Fällen pro 100 000 Einwohner jährlich, wobei ein leichtes männliches Übergewicht besteht. Klinisch relevant ist die potenzielle dauerhafte Hörschädigung und die häufig begleitende Tinnitus‑ bzw. Gleichgewichtsstörung, welche die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
Klinisches Erscheinungsbild
Typischerweise präsentiert sich der Patient mit einem plötzlich einsetzenden, meist einseitigen sensorineuralen Hörverlust, der innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen seinen Höhepunkt erreicht. Begleitend treten häufig ein hoher‑frequenter Tinnitus und/oder ein Druckgefühl im betroffenen Ohr auf; vestibuläre Symptome wie Schwindel sind weniger frequent, können jedoch vorkommen. Der Verlauf ist meist akut, wobei in einem Teil der Fälle eine spontane Teil‑ oder Vollerholung innerhalb von zwei bis vier Wochen beobachtet wird.
Diagnostik
Die Diagnose beruht primär auf einer strukturierten Anamnese, die den plötzlichen Beginn und das Fehlen vorheriger otologischer Erkrankungen erfasst. Otologische Untersuchung (Otoskopie) sollte unauffällig sein; ein Hörtest (Audiogramm) bestätigt einen sensorineuralen Verlust von mindestens 30 dB über drei benachbarte Frequenzen. Weitere Untersuchungen wie Tympanometrie und otoakustische Emissionen dienen dem Ausschluss von Mittelohrpathologien. Laboruntersuchungen (z. B. Blutbild, Gerinnungsstatus) werden nur bei Verdacht auf systemische Ursachen durchgeführt. Die Diagnosekriterien umfassen das plötzliche Auftreten, den audiometrischen Nachweis und das Fehlen anderer erklärender Befunde.
Differenzialdiagnosen
Wichtige abzugrenzende Diagnosen sind akute ototoxische Schädigungen (z. B. durch Medikamente), plötzlich auftretende Menière‑Krankheit, vestibuläre Neuritis mit sekundärem Hörverlust, retrocochleäre Tumoren (Akustikusneurinom) und vaskuläre Ereignisse im Innenohr. Die Unterscheidung erfolgt über die Dauer des Symptoms, das Vorhandensein von Begleiterscheinungen (z. B. Fluktuationen bei Menière), Bildgebung (MRT) sowie spezifische audiologische Befunde.
Therapie
Die leitliniengerechte Standardtherapie besteht aus einer hochdosierten kortikosteroiden Behandlung, die möglichst innerhalb der ersten 72 Stunden nach Symptombeginn initiiert wird. Die Therapie kann oral oder als intratympanale Injektion erfolgen; beide Wege zielen darauf ab, Entzündungsprozesse zu reduzieren und die Durchblutung des Innenohrs zu verbessern. Ergänzend können vasodilatatorische bzw. antithrombotische Maßnahmen in Einzelfällen erwogen werden, sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Die Evidenzlage unterstützt den Nutzen einer frühen Steroidtherapie, während der Zusatznutzen von Hyperbare‑Sauerstoff‑Therapie oder anderen adjuvanten Verfahren nach aktuellem Kenntnisstand nicht eindeutig belegt ist.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
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