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Linksposteriorer Hemiblock (I44.5) – Diagnostik, Differenzialdiagnostik & Therapie-Standard

Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
  • Übersichtsarbeit: 1
  • Fallbericht oder Meinungsbeitrag: 3
  • Fachartikel ohne Angabe des Studientyps: 1

Einordnung laut PubMed bzw. Leitlinienregister. Zurückgezogene und nicht bestätigte Quellenangaben zählen nicht.

Die Quellenart sagt nicht aus, ob die Aussagen dieses Artikels geprüft und belegt sind.

In diesem Artikel
  1. Übersicht
  2. Klinisches Erscheinungsbild
  3. Diagnostik
  4. Differenzialdiagnosen
  5. Therapie
  6. Besondere Populationen
  7. Sonderfälle & aktuelle Studienlage
  8. Verwandte Codes

Übersicht

Der linksposteriore Hemiblock (LPHB) ist eine intraventrikuläre Leitungsstörung, bei der die Weiterleitung im linken posterioren Faszikulum gestört ist, während das übrige His‑Purkinje‑System intakt bleibt. Epidemiologisch tritt er häufiger bei jüngeren Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen auf und kann als Marker für ein erhöhtes Risiko einer plötzlichen kardialen Todes (SCD) gelten. Klinisch ist der LPHB meist asymptomatisch, kann jedoch die Interpretation des EKGs erschweren und die Indikation zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) beeinflussen.

Klinisches Erscheinungsbild

Typische EKG-Merkmale eines LPHB umfassen eine linksgerichtete QRS-Achse von –45° bis –90°, ein relativ schmales QRS‑Komplex (<120 ms) und charakteristische R‑S‑Muster in den Ableitungen I, aVL sowie tiefe S‑Wellen in II, III und aVF. Der Befund ist häufig rate‑unabhängig, kann jedoch bei erhöhter Herzfrequenz transient auftreten. Patienten berichten selten über spezifische Symptome; der Hemiblock wird meist im Rahmen einer Routine‑EKG‑Kontrolle entdeckt oder im Zusammenhang mit anderen kardialen Erkrankungen.

Diagnostik

Die Diagnose basiert primär auf dem 12‑Kanal‑EKG. Wesentliche Kriterien sind die linksgerichtete Achse, das Vorhandensein eines R‑S‑Musters in den linken Ableitungen und das Fehlen von Merkmalen einer kompletten Links‑ oder Rechtsbündelblock. Eine differenzierte Analyse kann durch elektro‑vectorcardiographische Methoden unterstützt werden, welche die rate‑unabhängige Natur des Blocks demonstrieren können. Klinisch relevante Begleiterkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit) sollten mittels Anamnese und ggf. bildgebender Verfahren abgeklärt werden; eine spezifische Labor‑ oder Bildgebung ist für die reine Diagnose des LPHB nicht erforderlich.

Differenzialdiagnosen

Wichtige abzugrenzende Diagnosen umfassen den kompletten Links‑bündelblock, den rechten Bündelblock sowie andere fascikuläre Blockaden (z. B. anteriorer Hemiblock). Beim kompletten Links‑bündelblock fehlt das typische R‑S‑Muster in I und aVL, während beim rechten Bündelblock die QRS‑Dauer deutlich erhöht ist und charakteristische RSR'‑Muster in V1/V2 auftreten. Anteriorer Hemiblock zeigt eine rechtsgerichtete Achse (≥+90°) im Gegensatz zur linksgerichteten Achse des LPHB.

Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise richtet sich nach dem Vorhandensein komorbider kardialer Erkrankungen und der klinischen Symptomatik. Bei isoliertem, asymptomatischem LPHB ohne strukturelle Herzerkrankung besteht in der Regel keine Indikation zu einer spezifischen Intervention; eine leitliniengerechte Therapie fokussiert sich auf die Behandlung zugrunde liegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Fällen, in denen ein LPHB im Kontext einer rechtsventrikulären Dysfunktion oder eines nicht‑Links‑bündelblock‑Musters vorliegt, kann die kardiale Resynchronisationstherapie erwogen werden, wobei neuere Daten zeigen, dass eine erfolgreiche CRT auch ohne Implantation eines linken Ventrikel-Leads möglich ist, wenn das linksposteriore Fasciculus als Zielregion genutzt wird.

Besondere Populationen

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Sonderfälle & aktuelle Studienlage

Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.

Verwandte Codes

Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Informationen vor.

Gesundheitsinformationen ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.