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Peritoneales Mesotheliom (ICD‑10 C45.1): Differenzialdiagnostik und Therapie‑Standard
Stärkste Quellenart: Übersichtsarbeit
- Übersichtsarbeit: 3
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In diesem Artikel
Übersicht
Das Peritonealmesotheliom ist ein seltenes, malignes Neoplasma des Mesothels, das die seröse Oberfläche des Bauchraums betrifft. Die Inzidenz liegt in Deutschland im niedrigen einstelligen Jahresbereich pro Million Einwohner und ist stark mit einer Asbestexposition assoziiert. Klinisch relevant ist das fortschreitende Auftreten von Aszites, abdominalen Schmerzen und Gewichtsverlust, die häufig zu einer späten Diagnose führen.
Klinisches Erscheinungsbild
Typische Leitsymptome sind ein zunehmender Aszites, diffuse Bauchbeschwerden und unspezifische Systemsymptome wie Anorexie, Fatigue und ungewollter Gewichtsverlust. Palpierbare Tumormassen im Abdomen oder vergrößerte Lymphknoten können auftreten. Der Krankheitsverlauf ist häufig aggressiv mit rascher Progression innerhalb weniger Monate nach Auftreten der ersten Symptome.
Diagnostik
Die Anamnese fokussiert auf berufliche Asbestexposition, frühere Thoraxstrahlentherapie und familiäre Tumorerkrankungen. Klinisch wird ein diffus vergrößerter Bauchumfang mit Spannungsaszites festgestellt. Bildgebend kommen Sonographie zur Erstdiagnose und Computertomografie des Abdomens für die Ausdehnungsbeurteilung zum Einsatz; bei Verdacht auf Peritonealbefall kann eine Positron‑Emission‑Tomographie zusätzliche Informationen liefern. Zur Sicherung der Diagnose ist eine parazentikale oder laparoskopische Biopsie erforderlich, wobei histopathologische Untersuchung das Vorhandensein von epithelialen, sarcomatoiden oder biphasischen Zelltypen nachweist. Immunhistochemische Marker (z. B. Calretinin, WT‑1) unterstützen die Differenzierung vom Peritonealkarzinom.
Differenzialdiagnosen
Wesentliche abzugrenzende Diagnosen umfassen primäre peritoneale Karzinome (z. B. Ovarialkarzinom), metastatische intraabdominelle Tumoren, tuberkulöse Peritonitis und benigne Aszitesformen (z. B. Leberzirrhose). Die Unterscheidung erfolgt durch Kombination von Bildgebung, Zytologie des Aszites und immunhistochemischer Profilierung; insbesondere das Vorhandensein von Calretinin‑Positivität spricht für ein Mesotheliom.
Therapie
Die Behandlung orientiert sich an leitliniengerechten multimodalen Konzepten. Operativ wird bei geeigneten Patienten eine cytoreductive Chirurgie (CRS) mit Ziel der maximalen Tumorreduktion angestrebt. Ergänzend kommt die hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) zum Einsatz, um mikroskopische Resttumorzellen zu behandeln. Bei nicht operablen Fällen oder als adjuvante Therapie wird eine systemische medikamentöse Standardtherapie empfohlen, wobei moderne Kombinationstherapien und Immuncheckpoint‑Inhibitoren zunehmend eingesetzt werden. Die Therapieentscheidung berücksichtigt Patientenalter, Leistungsstatus und Organfunktion.
Besondere Populationen
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Sonderfälle & aktuelle Studienlage
Zu diesem Aspekt liegt in den geprüften Quellen keine belastbare Evidenz vor.
Verwandte Codes
Zu diesem Aspekt liegen in den geprüften Quellen keine belastbaren Informationen zu benachbarten ICD‑10‑Codes vor.
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